Bettlach
Technologietransferzentrum: Dank 3-D-Druck können Massgeschneiderte Implantante gefertigt werden

Forschungszentrum Massgeschneiderte Implantate? Mit 3-D-Druck wird es möglich. Ein Technologietransferzentrum in Bettlach soll helfen, die sogenannte additive Fertigung für den Medizinaltechnik-Bereich vom Forschungslabor in die Industrie zu überführen.

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Das geplante Zentrum für 3-D-Druck in der Medizintechnik soll auf dem Gelände des Bettlacher Medtech-Unternehmes 41medical entstehen.

Das geplante Zentrum für 3-D-Druck in der Medizintechnik soll auf dem Gelände des Bettlacher Medtech-Unternehmes 41medical entstehen.

Andreas Toggweiler

Das Zentrum mit dem Namen «Swiss m4m» entsteht in Bettlach und soll kein Forschungsinstitut im eigentlichen Sinne sein, wie die Forschungsanstalt Empa am Dienstag mitteilte. Vielmehr gehe es um Wissens- und Technologietransfer. Mit dem Zentrum sollen die Erfahrung der Industrie und die Erkenntnisse und Materialien aus der Forschung zusammengebracht werden, um vor allem auch KMU den 3-D-Druck für medizinische Anwendungen zugänglich zu machen.

Das «Swiss m4m Center» soll die Geräte für additive Fertigung beherbergen, die auch bei der industriellen Produktion zum Einsatz kommen. Forschungsinstitutionen und Unternehmen können die Infrastruktur und Dienstleistungen des Zentrums künftig buchen und nutzen, hiess es.

Zentrum springt in Bresche

Die additive Fertigung gilt als eine komplexe Aufgabe – gerade im medizinischen Bereich. «Es braucht viel Fachwissen, etwa über die verwendeten Materialien, den Fertigungsprozess und die Nachbearbeitung der gedruckten Teile, die Software, die beim Design und bei der Herstellung des Implantats eingesetzt wird, sowie über den menschlichen Körper und den chirurgischen Eingriff», heisst es dazu bei den Initianten. Hinzu kämen rechtliche Fragen, ganz zu schweigen von den hohen Kosten einer solchen Anlage – insbesondere, da die Herstellung von Medizinprodukten validiert und entsprechend einem zertifizierten Prozess ablaufen müsse. «Für viele Schweizer KMU im Medtech-Bereich sind die Hürden daher zurzeit zu gross, sich in diese neue Welt zu wagen. Damit riskieren sie aber, den Anschluss an die internationale Konkurrenz zu verlieren.»

Mit dem neuen Zentrum für den Transfer von neuen Fertigungstechnologien in Bettlach soll sich dies ändern. «Um neue Technologien erfolgreich in die Industrie zu überführen, sind einerseits die Erfahrung der Industrie, andererseits aber auch neue Materialien und Erkenntnisse aus der Forschung notwendig», erklärt Pierangelo Gröning, Mitglied der Empa-Direktion und Initiant des «Swiss m4m Center». Und: «Die Herausforderung besteht darin, beides zusammenzuführen. Genau dies wollen wir mit dem neuen Zentrum in einer für die Schweiz wichtigen Branche, der Medizinaltechnik, erreichen»,

Start bereits Ende Jahr

Im neuen Zentrum werden Anlagen stehen, mit denen Implantate und andere Medizinprodukte mit den gleichen Fertigungsverfahren hergestellt werden wie in einer industriellen Produktion. Das soll die Lücke zwischen Forschung und Industrie schliessen. Sowohl Unternehmen als auch Forschungsinstitutionen können die Infrastruktur und Dienstleistungen des Zentrums für sich buchen und nutzen.

Das Zentrum wird in Form einer «Public-Private Partnership» aufgebaut und sowohl durch öffentliche Gelder als auch durch Unternehmen der Privatwirtschaft finanziert und betrieben. Beteiligt sind zahlreiche Partner aus Forschung, Spitälern und Privatwirtschaft. Zu Letzteren gehört unter anderem das Bettlacher Medtech-Unternehmen 41medical, auf dessen Gelände das Zentrum realisiert wird. Dieses soll Ende 2019 den Betrieb aufnehmen. Auch die beiden Kantone Bern und Solothurn sind in das Projekt involviert.

Am 19. Februar, zwischen 16 und 19 Uhr, bietet sich im «Alten Spital» in Solothurn interessierten Personen und Unternehmen die Gelegenheit, mehr über das «Swiss m4m Center» zu erfahren. Experten erklären den Stand der Technik und die Möglichkeiten der additiven Fertigung von metallischen Werkstoffen für medizinische Anwendungen. Das «Swiss m4m Center» soll nicht das einzige bleiben: Um die Lücke in der Technologieentwicklung zwischen Forschung und Industrie zu schliessen und die Schweiz langfristig als modernen und qualitativ hochstehenden Produktionsstandort zu erhalten, wurde die Allianz für «Advanced Manufacturing Technology Transfer Centers» ins Leben gerufen. (sda/szr)

Programminfos und Online-Anmeldung: fwww.empa-akademie.ch/3D-Druck

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