Rythalle Solothurn
Technische Probleme bei Anmeldung sorgen für Ärger — im Impfzentrum selber lief es aber besser als geplant

Am Montag war das Kantonale Impfcenter in der Rythalle zum ersten Mal in Betrieb. Technische Probleme bei der telefonischen Anmeldung sorgten für Ärger. Im Impfzentrum selber lief es aber besser als geplant.

Rebekka Balzarini
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Seit Montag können sich im Kanton diejenigen Personen impfen lassen, bei denen das Risiko besonders gross ist, dass sie schwer an Covid-19 erkranken. Der Ansturm auf die Impfungen war gross - grösser, als der Kanton angenommen hatte.

Deshalb wurden 144 Personen in der Reithalle in Solothurn geimpft, viel mehr, als eigentlich geplant war. Noch an der Medienkonferenz, die am Morgen vor der Öffnung des Zentrums stattgefunden hatte, war davon die Rede, in der Reithalle maximal 50 Person pro Tag impfen zu wollen.

Noch mehr Menschen wurden am Montag in den Alters- und Pflegeheimen geimpft: Laut Peter Huber, dem Leiter Zivilschutz, wurden in den Institutionen 390 Personen geimpft.

Ansturm gut zu bewältigen

Den Ansturm habe man im Impfzentrum gut bewältigen können. Das sagte Huber am Montag Abend, nachdem das Impfzentrum seine Türen um 19.00 Uhr geschlossen hatte.

Schnell habe man im Laufe des Tages gemerkt, dass die Abläufe so weit optimiert seien, dass es möglich sei, mehr Personen als die angedachten 50 zu impfen. Deshalb habe man sich spontan dazu entschlossen, die Zahl der Impftermine zu erhöhen.

Die am Montag zusätzlich verabreichten Dosen würden in Zukunft nicht fehlen, betont Huber. Im Kanton stünden genug Impfdosen zur Verfügung, um die besonders gefährdeten Personen zu impfen.

Sollte der Kanton bald zusätzliche Impfdosen erhalten, weil etwa ein neuer Impfstoff zugelassen wird, könnte man die Impfkapazitäten schnell erhöhen. Laut Huber wäre es möglich, allein in der Reithalle 1'500 Personen pro Tag zu impfen.

Überlastete Leitungen vor dem Impfstart

Während im Impfzentrum selber offenbar alles rund lief, klappte es mit der Anmeldung für einen Impftermin nicht wie gewünscht. Anmeldungen waren nur über die Infoline des Kantons möglich, und schon nach wenigen Minuten war die Leitung überlastet. Wer einen Impftermin reservieren wollte, kam entweder gar nicht durch, oder musste lange in der Warteschlaufe ausharren.

«Unsäglich» sei diese Situation, sagt Leser Hanspeter Rederlerchner aus Solothurn, der sich telefonisch bei der Redaktion gemeldet hatte. «Ich habe den Eindruck, dass man der Aufgabe beim Kanton nicht gewachsen ist. Hoffentlich klappt es mit den Online-Anmeldungen besser». Schon seit 9 Uhr morgens habe er versucht, über die Infoline einen Termin zu erhalten. Geklappt habe es trotz mehreren Versuchen bis 16 Uhr noch nicht.

Ähnliche Rückmeldungen kommen am frühen Nachmittag auf schriftlichem Weg in der Redaktion an: «Es heisst, die Nummer ist ungültig oder diese Nummer ist nicht in Betrieb», schreibt Leserin Ruth Reinhard.

Ähnlich geht es auch Jürg Peter Hunziker. «Ich versuche seit dem Morgen durchzukommen, falle aber immer aus der Leitung.» Dafür, dass die Termine im Impfzentrum bei der beschränkten Anzahl Impfstoff schnell vergeben seien, habe er Verständnis, so Hunziker weiter. «Aber dass die Anmeldung technisch nicht funktioniert, kann ich nicht verstehen.»

Verwaltung entschuldigt sich

Auch beim Kanton war man sich bewusst, dass die telefonische Anmeldung nicht so verlaufen war, wie sich das die Bevölkerung gewünscht hatte. In den Sozialen Medien entschuldigte sich die Verwaltung für die technischen Probleme.

Insgesamt habe man auf acht Linien Anrufe entgegengenommen, hiess es von Seite des Kantons am Montag Abend. Mann habe für die nächsten Tage 275 Impftermine vergeben. Von Seite der Behörde wolle man verhindern, dass es erneut zu einer Überlastung komme. «Die Kapazitäten und die Zeitfenster für die Anmeldung werden in den nächsten Tagen weiter ausgebaut», so der Kanton.

Warten auf schweizweiten Lösung

Dass es mit dem Anmelden nicht klappen wollte, hatte laut der Verwaltung auch damit zu tun, dass man im Solothurnischen wie in anderen Kantonen auf das Anmeldesystem des Bundes gesetzt hatte. «Nachdem diese schweizweit einheitliche Lösung noch nicht in vollem Umfang zur Verfügung steht und wir den Impfstart jedoch nicht weiter verzögern wollten, bietet der Kanton im Interesse der Bevölkerung als vorübergehende Möglichkeit die telefonische Terminreservation an», heisst es auf Anfrage.

Allzu lange dürfte es nicht dauern, bis die IT-Lösung des Bundes in Betrieb genommen wird. An der Medienkonferenz ging die Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner davon aus, dass es schon heute oder morgen so weit sein könnte.