Dass Junglenker mehr Unfälle verursachen als langjährige Autofahrer, ist nichts Neues. «Daran hat sich auch nichts geändert», sagte Yves Staub von der Kantonspolizei an der ersten Verkehrskonferenz des TCS Solothurn. Rund 35 Hörer fanden sich im Verkehrssicherheitszentrum Derendingen ein. Drei Verkehrsexperten sprachen über ihren Erfahrungen mit der Zweiphasenausbildung für Neulenker, die 2005 eingeführt wurde. Alle drei bekräftigten, dass die beiden obligatorischen Kurstage junge Autofahrer für Gefahren sensibilisieren können. Das war auch das Fazit von Kenneth Lützelschwab, Vorsteher der kantonalen Motorfahrzeugkontrolle: Junge Männer seien zwar immer noch Hauptverursacher von Unfällen, doch seit 2005 sei die Anzahl gesunken. «Seither gibt es deutlich weniger Schwerverletzte und Todesfälle.»

Bald schon ab 16 Auto fahren?

Nicht die beiden Kurstage, sondern der Preis dafür sei für Neulenker ein Problem, meinte Roman Angermann vom TCS. Ungefähr 700 Franken müssen junge Autofahrer dafür zahlen - nicht wenig Geld für Lehrlinge und Gymnasiasten. Mit den Kursen seien fast alle zufrieden, so Angermann. Als Modell für die Zukunft präsentierte er die «Vorgezogene Fahrausbildung». Demnach können Jugendliche das Autofahren ab 16 Jahren in Begleitung erlernen. In Schweden habe man damit Unfälle bei Neulenkern bis zu 50 Prozent reduzieren können.

Nur wenige Kritiker

An einem der beiden Kurstage steht der Alkohol im Zentrum. Mit Erfolg, wie eine Statistik von Staub zeigte: Im Kanton Solothurn werden 6,9 Prozent aller Unfälle von Fahrern mit provisorischem Fahrausweis verursacht. Unterdurchschnittlich viele fuhren dabei unter Alkoholeinfluss.
Abschliessend stellten sich die drei Referenten zur Diskussionsrunde. Umstritten war die Motion von Nationalrat Christian Wasserfallen (FDP): Für ihn gehört die Zweiphasenausbildung abgeschafft. Angermann konterte, man könne zwar über den Preis, nicht aber über die Wirkung der Autofahrkurse streiten. Dafür seien die Statistiken zu eindeutig.