Luterbach/Riedholz
Tausende von Arbeitsplätzen sollen auf dem Borregaard-Areal entstehen

Die Neunutzung des Areals der alten Zellstofffabrik Borregaard nimmt langsam Gestalt an. Auf dem Südareal ist die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben mit bis zu 5200 Arbeitsplätzen geplant. Das Nordareal sieht eine gemischte Nutzung vor.

Franz Schaible
Drucken
Teilen
24 Bilder
Rundgang auf dem Borregaard-Areal
«Zu vermieten» steht am grossen Transparent an der Mauer.
Interviewtermin
Peter Kohler, Gemeindepräsident von Riedholz, und Frau Landammann Esther Gassler
Esther Gassler im Interview mit TeleM1
Peter Kohler im Interview
Besuch in einem Wohn-Gehöfte
Blick auf das Borregaard-Areal
Medienorientierung: Peter Kohler (Gemeindepräsident von Riedholz), Michael Ochsenbein (Gemeindepräsident Luterbach), Bernd Scholl von der ETH, Regierungsrat Walter Straumann, Frau Landammann Esther Gassler und Lothar Kind (Geschäftsführer der Attisholz Infra AG)
Lothar Kind, Geschäftsleiter der Attisholz Infra AG
Michael Ochsenbein
Esther Gassler
Walter Straumann

Hansjörg Sahli

2008 war die Region geschockt. Die einstmals stolze Zellulosefabrik, damals im Besitz der norwegischen Borregaard-Gruppe, wurde geschlossen, rund 450 Arbeitsplätze gingen verloren. Am Donnerstag stellten nach zweijähriger Planungsphase der Kanton, die Standortgemeinden Riedholz und Luterbach sowie die Attisholz Infra AG ihre Pläne zur Neu- und Umnutzung des gigantischen Areals mit einer Fläche von rund 110 Hektaren vor.

Auf dem Südareal will der Kanton als grösster Grundeigentümer «ein Arbeitsplatzgebiet von nationaler Bedeutung» realisieren, wie Frau Landammann Esther Gassler erklärte. Realistisch sei, dass auf der grössten Industriebrache der Schweiz zwischen 2600 und 5200 Arbeitsplätze entstehen können.

Die Absicht sei, in erster Linie Cleantech-Firmen anzusiedeln. Diese könnten aus allen Branchen stammen, müssten aber im Bereich Energie, Umwelt und Sozialverträglichkeit nachhaltige Kriterien erfüllen, sagte Gassler weiter. Kurz: Die Firmen sollen sich durch Energie- und Ressourceneffizienz sowie umweltschonende Produkte und Dienstleistungen auszeichnen.

Um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen, brauche es angesichts der Dimensionen genügend Zeit. «Die Neubelebung des Areals muss etappenweise erfolgen. Wir rechnen mit einem Zeithorizont von 20 bis 30 Jahren.»

Auf dem Areal nördlich der Aare, es befindet sich im Besitz der Attisholz Infra AG, ist eine gemischte Nutzung aus «hochwertigem Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen» geplant. Je nach Nutzungsmix sollen Wohnungen für 400 bis 800 Einwohner entstehen und zwischen 600 und 1000 Arbeitsplätzen angesiedelt werden. Auch hier gilt ein Zeithorizont von 20 bis 30 Jahren. Ziel ist die Schaffung eines «lebendigen und vielseitigen Quartiers».

Sowohl der Kanton als auch die Attisholz Infra AG, die Tochter der norwegischen Orkla-Gruppe ist zuständig für die Vermarktung des nördlichen Areals, stünden bereits mit potenziellen Interessenten für Flächen in beiden Arealen in Kontakt. Dabei gehe es um Zwischennutzungen wie auch um definitive Lösungen. Die Anfragen würden derzeit geprüft und belegten, dass auf dem Markt Interesse vorhanden sei, erklärte Gassler. Konkrete Namen wollte sie aber nicht preisgeben.

In den kommenden Monaten soll die Öffnung des Aareraums an die Hand genommen werden. Im Vordergrund stehe dabei der Zugang zu den Aareufern. So soll etwa die Eisenbahnbrücke zwischen den beiden Arealen für Velofahrer und Fussgänger geöffnet werden. Die Lage direkt am Fluss soll genutzt werden, um für die Bevölkerung der Region attraktive Erholungsgebiete zu schaffen, erläuterte Baudirektor Walter Straumann. In diesem Zusammenhang wird auch eine Brücke über die Emme beim «Emmenspitz» konkret geplant.

Zur Verfügung gestellt

zvg/Metron