Adventskalender
Täglich fordert die Zeitung eine ganze Redaktion – und die Kaffeemaschine

In der Adventszeit öffnen wir jeden Tag eine interessante Tür im Kanton und schauen, was sich dahinter verbirgt. Werfen wir zum Start des Adventskalenders einen Blick in die Redaktion Ihrer Tageszeitung. Das verbirgt sich hinter «unserer» Pforte.

Noëlle Karpf
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Unser erstes Adventstürchen - die Redaktionstüre dieser Zeitung

Unser erstes Adventstürchen - die Redaktionstüre dieser Zeitung

Noëlle Karpf

Weihnachtsbeleuchtung, warmer Punsch und ein Adventskalender gehören einfach zum Dezember - oder? Letzteres können wir Ihnen bis zum Heiligabend anbieten. Für die Leserinnen und Leser dieser Zeitung geht hier jeden Tag ein neues Türchen auf.

In diesem Fall halten wir Ihnen die Tür auf und zeigen, was dahinter liegt. Wir blicken mit Ihnen zusammen hinter Tore, die selten geöffnet werden, zu wenig bekannten Orten führen oder normalerweise verschlossen sind.

An diesem 1. Dezember öffnen wir «unsere» Türe. Gespannt? Na dann, werfen wir einen Blick in die Redaktion der az Solothurner Zeitung. Diese ist übrigens mit «oothurner Zeitung» angeschrieben – auf mysteriöse Art und Weise verschwanden die Buchstaben S und L auf der Glasscheibe.

Wir wissen zum Glück, dass wir hier vor dem richtigen Eingang stehen – und auch wie wir die Türe öffnen können. Dafür brauchen wir nämlich unseren Badge.

Dieses Schliess-System wurde wegen einem zutiefst unzufriedenen Leser eingeführt. Die Zeitung will nicht nur lesenswerte Stoffe liefern, sondern Themen auch kritisch zu hinterfragen.

Einem Leser passte diese Absicht offensichtlich gar nicht – so drohte er telefonisch mit dem Sturmgewehr auf die Redaktion zu kommen und «aufzuräumen». Chefredaktor Theodor Eckert verständigte daraufhin die Polizei.

Es stellte sich heraus: Der Anruf des besagten Lesers war keineswegs nur eine leere Drohung, in seinem Haus wurde tatsächlich eine Waffe gefunden.

Print, online und Fernsehen

Ist der Badge gefunden und wird der Einlass gewährt, sieht der Eintretende zu seiner Linken - wer hätte das gedacht – stapelweise Zeitungen. Auf der rechten Seite gibt es weniger Papier, hier läuft nämlich alles online ab. Ausserdem hat der Regionalsender «TeleM1» hier ein Aussenbüro.

Das verbirgt sich hinter dem Adventstürchen - so sieht es in dieser Redaktion aus.

Das verbirgt sich hinter dem Adventstürchen - so sieht es in dieser Redaktion aus.

Noëlle Karpf

Die beiden Videojournalisten arbeiten nicht direkt für die Zeitung. Sie tauschen aber Neuigkeiten mit der Redaktion aus und nehmen auch an Sitzungen teil. Der Online-Dienst kann ausserdem auf ihr Video-Material zurückgreifen, und so einen Artikel ausschmücken.

Statt Zeitungsbergen sind hier einige Bildschirme zu sehen, die zeigen, was sich auf der Webseite tut und wie das Blatt vom nächsten Tag aussieht. Bei Arbeitsbeginn erscheint das Gerüst der Zeitung noch praktisch leer – nach und nach ist aber zu beobachten, wie es sich Seite für Seite füllt.

Wagen wir uns noch ein paar Schritte weiter vor, stehen wir in der Print-Redaktion. Auf dieser kurzen Strecke besteht die grosse Wahrscheinlichkeit, dass uns ein Redaktor entgegenkommt, der sich auf dem Weg zur Kaffeemaschine befindet.

Das Heissgetränk ist hoch im Kurs. Die Maschine in der Cafeteria, die sich nebenan befindet, spuckt täglich zig Becher frischen Kaffee aus.

Die Redaktorinnen und Redaktoren müssen schliesslich jeden Tag wieder fit und munter sein – und das nicht nur während einer 40 Stunden Woche. Einen allgemeinen Redaktionsschluss um 17, 18 oder 19 Uhr gibt es nämlich nicht. Jeder leistet hier so lange Einsatz, bis seine Beiträge druckreif sind.

Und bis dahin wird unsere Türe noch einige Male auf und zu gehen. Die Journalistinnen und Journalisten machen sich auf die Suche nach neuen Stories, begeben sich bewaffnet mit Kamera und Notizblock auf ihre Streifzüge.

Die Themen werden bei der morgendlichen Redaktionssitzung angekündigt – schliesslich muss jeder wissen, was der andere tut, damit die Zeitung letztlich als Ganzes funktioniert.

Es muss geplant und koordiniert werden, damit aus den Ressorts Kanton, Solothurn, Grenchen, Lebern/Bucheggberg/Wasseramt, Thal-Gäu und Olten bis zum Ende des Tages ein lebendiger Regionalteil gestaltet werden kann.

Dabei arbeiten zwei Journalisten in Grenchen und gehen neuen Geschichten direkt vor Ort auf die Spur. Die Region Olten decken die Kolleginnen und Kollegen vom Oltner Tagblatt ab.

Erster Einblick in die Redaktion: Zeitungen.
13 Bilder
So sieht die Zeitung vom nächsten Tag aus - bis jetzt
Die Webseite der Zeitung - in Grossformat
Jeden Tag wird die Redaktion mit genügend neuen Zeitungen ausgerüstet
Hier werden täglich die Schlagzeilen aufgehängt
Geschichte und Berichte zum Nachschlagen gibts hier.
Die Neuigkeiten aus den Bezirken Lebern, Bucheggberg und Wasseramt landen hier
Der Blick durchs Fenster zeigt die Stadt Solothurn. Für Geschichten, die sich dort abspielen, sind die Stadt-Redaktoren zuständig.
Und noch mehr Zeitungen.
Hier entsteht das Ressort Kanton
Von hier aus verstärkt eine Praktikantin oder eine Praktikant das Redaktionsteam
In diesem Büro ist der Chefredaktor am Werk
Damit «der treffende Ausdruck - das passende Wort» immer gefunden wird.

Erster Einblick in die Redaktion: Zeitungen.

Noëlle Karpf

Und plötzlich ist alles anders...

Aber was passiert wenn eine Top-Story nicht so top ist wie erwartet? Oder wenn – aus heiterem Himmel – kurz vor Feierabend eine Nachricht von höchster Wichtigkeit eintrifft, die zwingend in das morgige Blatt muss? Schliesslich müssen alle wichtigen Stories von heute einen Platz im morgigen Blatt finden.

Um der Planungsfrage auf den Grund zu gehen, gehen wir auf direktem Weg ins Büro des Chefredaktors.

Etwas Unvorhergesehenes, das macht das Besondere im Alltag aus. Geschichten, die unerwartet auftauchen, prägen die «spannendsten» Tage auf der Redaktion. «Dann kommen alle richtig auf Touren und sind gefordert», so Chefredaktor Theodor Eckert.

Das neu aufgetauchte Thema soll in seiner ganzen Breite erfasst werden, damit die Leserinnen und Leser am nächsten Tag auf dem aktuellsten Stand sind.

Sind all die wichtigen Stories niedergeschrieben und auf den richtigen Platz im Blatt gesetzt worden, kommen in Aarau die Kolleginnen und Kollegen vom Korrektorat, von der Plattenherstellung, von Druck und Spedition zum Zug und schliesslich stehen zahlreiche zuverlässige Verträgerinnen und Verträger im Einsatz.

Täglich eine neue Herausforderung

Wer jetzt noch einen Blick durch die Tür wirft – aus Neugierde oder weil er sein Handy vergessen hat oder noch einen aktuellen Beitrag ins Blatt rücken muss - sieht nach und nach die letzten Lichter ausgehen.

Ist der Regionalteil fixfertig, knipst auch der letzte Redaktor seine Tischlampe aus. Die Türe wird zum letzten Mal schwungvoll geöffnet und fällt dann ganz langsam und zum Abschluss mit einem ordentlichen «Peng» ins Schloss.

Morgen wird sie wieder eifrig geöffnet und geschlossen, sobald aufs Neue emsiges Treiben dahinter herrscht – denn übermorgen gibt es schliesslich wieder eine neue, spannende Zeitung.

Vielleicht schaut auch eine Schulklasse vorbei. Oder eine andere Gruppe. So pflegt die Zeitung nämlich den direkten Kontakt mit den Leserinnen und Lesern.

Ganz sicher öffnen wir morgen wieder ein neues Adventstürchen. Was wohl dahinter liegen wird...?