Gartenjahr 2016

Tag der offenen Gärten: Bei Ruth Galli blühen die Blumen um die Wette

Serie zum Gartenjahr 2016 – Teil 1: Ruth Galli aus Deitingen und ihr Blumen- und Rosengarten.

Die gebürtige Oensingerin Ruth Galli hat momentan Stress. Positiven Stress allerdings, denn sie ist mit dem Pikieren ihres selbst ausgesäten Sommerflors beschäftigt. Es hat keinen Sinn, all die Blumensorten aufzuzählen, die in Gallis Garten anzutreffen sind. Am besten geht man an den beiden Tagen der offenen Gärten, am 18. und 25. Juni, jeweils von 9 bis 17 Uhr selbst vorbei und staunt, was die Hausherrin alles in ihrem blühenden Reich zu bieten hat. «Ausser Hängegeranien und Begonien säe ich alles selbst.» Vielfach auch aus eigenen wiedergewonnenen Samen.

Vor einigen Jahren haben Gallis ihren Garten erweitert und viele Rosen darin aufgenommen. «Mittlerweile sind es 150 Rosenbäumchen und 400 Rosenstöcke», sagt Ruth Galli stolz. Schon immer hat sie sich für alle Arten von Blumen begeistern können, doch die Rose sei eben schon die Königin der Blumen. Alles, was Ruth Galli über den Garten und die Blumen weiss, hat sie sich selbst angeeignet. «Durch lesen, recherchieren, durch Fragen bei Gärtnern.» Sie freut sich auf den kommenden Sommer: «Das wird ein gutes Rosenjahr», ist sie überzeugt. Wer Rat und Tipps zum Gärtnern sucht, ist bei Ruth Galli an der richtigen Adresse. Sie verrät gerne ein paar Geheimnisse, die mehr Erfolg im Garten versprechen.


Was tun gegen Schnecken? «Ich streue bereits im März im ganzen Garten Schneckenkörner. Diese sind dann das Erste, was die Schnecken zu fressen bekommen. Zudem ist der Igel in dieser Zeit noch im Winterschlaf. So sind meine Beete bis zum April/Mai sicher schneckenfrei, die Pflänzchen können sich gut entwickeln und anwachsen, und danach kommt der Igel gegen die Schnecken zum Einsatz.»


Aussäen – wann soll man damit beginnen? «Ab Mitte März säe ich in die Aussaatkistchen. Diese müssen gedeckt werden. Alles wird notiert und die Kistchen beschriftet. Pro Kistchen benutze ich ein gekauftes Briefchen Samen. Sobald sich die Keimblätter zeigen, kann mit dem Pikieren und Vereinzeln begonnen werden. Mit dem Pikierstab hebt man sorgfältig zwei Pflänzchen aus der Saatschale, kürzt die langen Wurzeln mit dem Finger um ⅓ ein. So bildet sich der Wurzelballen sehr schnell. Ich bringe immer zwei Pflanzen in den Topf, dann ist der Erfolg sicher. Die frisch pikierten Pflanzen deckt man ca. eine Woche mit einem Plastik-Deckel zu, damit sie genug Feuchtigkeit und Wärme haben. Zwischendurch Deckel wegnehmen und später langsam abhärten. Die Temperatur für die Aussaat sollte immer zwischen 18 und 20 Grad sein. Spezielle Aussat-Erde ohne Düngerzugabe und Kompost verwenden, sonst verbrennen die feinen Wurzeln.»


Was tun gegen Blattläuse oder Mehltau? «Ich spritze die Pflanzen mit einem selbst hergestellten Gemisch gegen Blattläuse und Mehltau. Dies schon ziemlich früh, wenn die Schmetterlinge und Insekten noch nicht fliegen.»


Welches ist die richtige Erde für den Sommerflor? «Ich kaufe Geranien- und Rosenerde und mische diese dann mit etwas Sand. Die Gartenerde, die man kaufen kann, ist zu schwer und zu mastig.»


Gärtnern nach dem Mond. Wie geht das? «Das ist einfacher, als viele denken. Die älteste und wohl wichtigste Grundregel lautet: Was nach unten wächst, muss bei abnehmendem Mond, was nach oben wächst, bei zunehmendem Mond gesät werden. Bei abnehmendem Mond wandert der Saft der Pflanzen verstärkt in die Wurzeln und Knollen. Neumond ist der ideale Zeitpunkt, um kranke Sträucher und Bäume zu schneiden. Auch für die Bekämpfung von Unkraut ist Neumond günstig. Bei zunehmendem Mond steigt der Saft eher in die oberen Pflanzenteile. Diese Phase fördert das oberirdische Pflanzenwachstum. Bei Vollmond ist die Kraft des Mondes am stärksten. Düngen ist zu diesem Zeitpunkt besonders günstig. Auf das Schneiden von Gehölzen und auf Säen und Pflanzen sollte bei Vollmond allerdings verzichtet werden.»


Wie erreicht man eine grosse Blütenpracht bei den Rosen? «Verblühte Blüten schneide ich weg. So gibt es bis zu drei neue Blütenschübe.


Und wie schneiden und pflegen? «Am besten lässt man sich das von einem Fachmann zeigen oder absolviert einen Rosenschnitt-Kurs. Das hab ich auch gemacht. Beim Rosenschnitt gilt der Grundsatz ‹Heisse Schere und kaltes Herz›. Also beherzt zurückschneiden. Allgemein gilt als der ideale Zeitpunkt für den Rosenschnitt die Zeit des Aufblühens der Forsythien. Vor dem ersten Austrieb gebe ich eine Spritzung mit Belrose, ebenso fürs Überwintern an einem frostfreien Tag im November. Das wirkt gegen Mehltau, Rost und andere Krankheiten.»

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