Kriminalstatistik

Täter im weltweiten Netz bereiten den Solothurner Polizisten Sorgen

Die Bekämpfung der Cyberkriminalität gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Die Bekämpfung der Cyberkriminalität gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Die Zahl der Einbruchsdelikte 2019 ging im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf 911 Fälle zurück. Das ist der tiefste Wert seit 1992. Die Zahl der Straftaten stieg insgesamt um 5,4 Prozent auf 18'140. Die Cyberkriminalität fordert die Polizei.

Im letzten Jahr wurden im Kanton Solothurn insgesamt 18140 (2018: 17215) Straftaten polizeilich erfasst.Dies entspricht einer Zunahme von 925 Fällen (+ 5,4%) gegenüber dem Vorjahr. Auch im Bereich des Strafgesetzbuches musste mit 14698 Delikten (14112) eine Zunahme von 586 Straftaten bzw. 4% registriert werden. Hauptverantwortlich dafür sind die 400 Straftaten, die auf die 2019 rapportierte Besetzung des Schlachthofs Bell in Oensingen (Ende 2018) zurückgehen. Die 132 Beschuldigten wurden wegen Nötigung, Hinderung einer Amtshandlung und Hausfriedensbruch angezeigt.

Markant zugenommen hat die Zahl der Gewaltstraftaten von 1502 auf 1807 (+ 20%). Der Anstieg ist hauptsächlich auf die Zunahme von Tätlichkeiten (+127 auf 716) und der Nötigung (+136 auf 201) zurückzuführen.

Bei der Nötigung ist die Zunahme praktisch gänzlich auf den Fall «Bell» zurückzuführen. Die Polizeistatistik weist für das letzte Jahr 6 Tötungsdelikte aus, bei denen es aber jeweils beim Versuch geblieben ist. Fünf dieser Delikte wurden im Rahmen von häuslicher Gewalt verübt. Im Bereich der Häuslichen Gewalt musste gegenüber dem letzten Jahr insgesamt eine Zunahme (+8%) auf 763 Straftaten registriert werden.

Die Zahl der Sexualdelikte ist erneut leicht rückläufig (von 268 auf 260 Straftaten); zugenommen haben aber Fälle von sexueller Belästigung (von 53 auf 61 Straftaten, + 15%) und Pornografie (von 71 auf 105 Straftaten, + 48%). Bei beiden Delikten handelt es sich um die zweithöchste bzw. höchste Anzahl seit 2008.

Zahl der Einbrüche  weiterhin rückläufig

Die Straftaten gegen das Vermögen machen den grössten Anteil der polizeilich registrierten Widerhandlungen gegen das StGB aus. 2019 wurden insgesamt 8827 Straftaten registriert, 2% weniger als im Vorjahr (9047). In diesem Bereich sind die Einbruchsdelikte erneut rückläufig. Mit 911 gemeldeten Einbruchdiebstählen (-22%) wurde der letztjährige tiefste Wert seit Beginn der Erfassung 1992 nochmals unterboten.

Betrugs- und Erpressungsstraftaten bleiben hingegen fast auf dem letztjährigen Stand (Betrug: von 619 auf 606 Straftaten; Erpressung: von 104 auf 96).

Insgesamt 73,9% (2018: 74,6%) der Straftaten gegen das Strafgesetzbuch wurden 2019 von männlichen Personen begangen. Der Anteil der minderjährigen beschuldigten Personen erhöhte sich leicht auf 9,4% (2018: 9%).

Das Weltweite Netz als Kriminellen-Tummelfeld

Im Bereich der Cyberkriminalität bleibt die Polizei weiterhin stark gefordert. Straftaten, welche häufig im Zusammenhang mit Cyberkriminalität begangen werden verzeichneten 2019 wiederum hohe Werte, dazu zählen Fälle von Betrug , betrügerischer Missbrauch einer EDV-Anlage, Erpressung, Pornografie und Geldwäscherei. 2019 verzeichneten Betrug den dritthöchsten, betrügerischer Missbrauch einer EDV-Anlage und Erpressung den zweithöchsten Wert seit 2008. «Es ist davon auszugehen, dass diese Straftaten in den nächsten Jahren weiterhin tendenziell zunehmen werden», heisst es im Bericht.
Aufgrund des erhöhten Ressourceneinsatzes zur Bekämpfung der schweren Betäubungsmittelkriminalität stiegen auch die registrierten Straften in diesem Bereich: «Die Zunahme von 1751 auf 1870 Widerhandlungen gegen das BetmG (+119 Fälle) hängt eng mit der Kontrolltätigkeit der Polizei zusammen. (pks)

Organisiertes Kriminalität im Visier

«Die Möglichkeiten der Digitalisierung verändern die Kriminalität und unsere Arbeit», bilanziert Fabienne Holland, Chefin Kriminalabteilung bei der Kantonspolizei. Kriminelle seien heute sehr innovativ und agierten immer professioneller. «Die Menge und Vielfalt der digitalen Daten hat explosionsartig zugenommen. Diese Entwicklung stellt auch die Polizei vor grosse Herausforderungen», so Holland.
Die Kantonspolizei habe dafür durch interne Reorganisationen zusätzliche Mittel und Fachkräfte bereitgestellt, erklärt Thomas Zuber, Kommandant der Kantonspolizei. «Die knappen Ressourcen bei einer immer grösseren Aufgabenvielfalt führen jedoch dazu, dass wir nur wenige Deliktfelder gezielt bekämpfen können».

Um zu verhindern, dass sich die organisierte Kriminalität, etwa im Bereich Drogen- und Menschenhandel mit all ihren Formen ausbreite, seien zusätzliche Mittel nötig. Die immer aufwendigeren Strafverfahren würden zudem viele Ressourcen belegen. «Sehr froh sind wir darüber, dass die Einbruchsdiebstähle einen historischen Tiefstand erreicht haben und die Kantonspolizei Solothurn vergleichsweise hohe Aufklärungsquoten erzielen konnte», so Zuber.

Alle statistischen Daten finden sind unter polizei.so.ch zu finden.

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Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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