Kantonsrat

SVP und Mittefraktion kritisieren Konzept der Regionalen Kleinklasse

Der Schülerkreis in den Regionalen Kleinklassen ist sehr überschaubar.(Archiv)

Der Schülerkreis in den Regionalen Kleinklassen ist sehr überschaubar.(Archiv)

Die SVP lehnt das Budget für die Volksschule ab. Grund: Die Fraktion ist unzufrieden mit den Regionalen Kleinklassen. Vorbehalte hat auch die Mittefraktion.

Statt wie geplant 40 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit gerade mal 10 Kinder und Jugendliche eine der vier auf den Kanton verteilten Regionalen Kleinklassen. Im Februar 2016 wird in der Stadt Solothurn die fünfte und letzte Kleinklasse starten.

Im Rahmen der Umsetzung der Speziellen Förderung sollen in diesen Kleinklassen Schüler mit massiven Verhaltensstörungen gezielt unterstützt werden. «Bei den aktuellen Schülerzahlen gibt der Kanton pro Schüler jährlich 200 000 Franken aus», kritisierte SVP-Kantonsrat Roberto Conti (Solothurn).

Neben den fehlenden Schülern monierte der SVP-Sprecher, dass es zudem kaum gelinge, die betreffenden Schüler nach maximal neun Monaten wieder in die Regeklassen zu integrieren.

Damit aber sei das Konzept der Speziellen Förderung gescheitert, schlussfolgerte Conti. Grund genug für seine Fraktion, gleich dem ganzen Volksschulbudget für die Jahre 2016 bis 2018 die Zustimmung zu verweigern.

Vorbehalte gegenüber dem aktuellen Konzept der Regionalen Kleinklasse hat auch die grosse Mittefraktion (CVP, EVP, GLP, BDP) – ohne allerdings deswegen gleich das ganze Budget abzulehnen. Als «fragwürdig» bezeichnete Sprecher René Steiner (EVP, Olten) die «hohen Zulassungshürden», was sich in tiefen Schülerzahlen niederschlage.

Ankli kündigt Anpassungen an

«Es braucht Zeit, bis sich die Regionalen Kleinklassen etablieren können», meinte SP-Sprecher Urs von Lerber (Luterbach). Das Volksschulamt habe zudem angekündigt, Änderungen am Konzept zu prüfen.

«Wir haben bei den Regionalen Kleinklassen noch einigen Anpassungsbedarf», sagte am Dienstag auch Bildungsdirektor Remo Ankli. Letzte Woche hat sich die Geschäftsprüfungskommission ein erstes Mal vom Volksschulamt über die Regionalen Kleinklassen informieren lassen.

Am 23. November hatte diese Zeitung die geringen Schülerzahlen in den vier bestehenden Klassen publik gemacht.

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