Das Kandidatenfeld der Solothurner SVP für die eidgenössischen Wahlen im Herbst besteht aus Männern. Wo bleiben die Frauen dieses Jahr? Man hätte gerne eine Frau auf der Liste gehabt, meint Parteipräsident Silvio Jeker auf Anfrage. «Wir haben das Gespräch gesucht mit geeigneten Kandidatinnen.» Doch keine habe sich aufstellen lassen wollen, so Jeker.

Vor vier Jahren stand mit Colette Adam immerhin eine Frau auf der Liste. Die Derendinger Rechtsanwältin, die seit 2009 im Kantonsrat und Mitglied der Finanzkommission tätig ist, war auch dieses Jahr Spitzenkandidatin. Sie habe aus zeitlichen Gründen abgesagt, erklärt Adam auf Anfrage. Die Arbeit im Büro habe es nicht zugelassen, sich als Kandidatin aufstellen zu lassen.

Ebenfalls angefragt wurde die zweite SVP-Kantonsrätin Claudia Fluri (Mümliswil). 

Weil sich aber keine SVP-Frau aufstellen lassen wollte, hat es sich ergeben, dass jede der Amteien einen Kandidaten vorgeschlagen hat (Amtei Olten-Gösgen durfte zwei Kandidaten stellen). Die «interessante berufliche und regionale Mischung», die in der Mitteilung vom Dienstag angepriesen wurde, entstand demnach automatisch.

Parteipräsident Silvio Jeker ist trotz allem glücklich über die Liste. «Wir haben Kandidaten, die auch wirklich wollen», sagt er. Das sei wichtig, müssten doch im Wahlkampf Zeit und Kräfte aufgewendet werden. (ldu)

Macho-Wahlkampf bei der SVP Solothurn: Keine Frau unter den Kandidaten für den Nationalrat

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