An der von rund 100 Personen besuchten kantonalen Mitgliederversammlung der SVP von gestern Abend im Restaurant Waldegg in der Gunzger Allmend war Albert Studer der einzige Bewerber und wurde einstimmig nominiert.

«Lösungsorientiert, kooperativ»

Willy Rötheli, Gründer und ehemaliger Präsident der SVP Hägendorf, empfahl den einzigen SVP-Gemeindepräsidenten im Kanton als «dynamischen, sympathischen und gut aussehenden Unternehmer» sowie «beliebten, geachteten Politiker».

Zusammen mit seinem Schwager habe er einen Reparaturbetrieb aufgebaut, der heute 16 Angestellte, darunter vier Lehrlinge, zähle. Studer, von Haus aus FDP-ler, sei 2000 zur SVP gestossen und habe ab 2001 im Gemeinderat das Ressort Soziales umsichtig und lösungsorientiert geführt.

Nach seiner Wahl zum Gemeindepräsidenten (2009) sei dank seinem kooperativen Führungsstil ein «Wir-Gefühl» in der Gemeinde entstanden. «Ich sehe in Albert Studer je länger, je deutlicher den Willi Ritschard der SVP», sagte Rötheli. «Es braucht nicht nur Akademiker im Regierungsrat, es darf auch einer sein wie Wanner oder Ritschard.»

In der Ansprache des Kandidaten dominierten völlig andere Töne, als man sie bisher von Exponenten der SVP Solothurn gewohnt war. Albert Studer sieht sich als Integrationsfigur, die den Leuten die übergeordneten Zusammenhänge erklären und sie überzeugen könne.

Sein oberster Leitsatz in Geschäft und Gemeinde sei «leben und leben lassen». «Problemlösungen erarbeiten – das ist es doch, was der Kanton braucht.» Letztlich würden immer die besseren Argumente siegen, aber diese müsse man sich erarbeiten. Und: «Es reicht nicht, wenn man die Heimat gern hat – man muss sie auch verstehen.»

Parteipräsident Walter Wobmann meinte, mit Albert Studer habe die SVP so grosse Chancen wie noch nie. In der Regierung brauche es vor allem volksnahe Leute wie ihn. Nach der Nomination Studers spielte die Musikgesellschaft Hägendorf-Rickenbach den «Solothurner Marsch».

Parolen für den 23. September

Vor der Regierungsratsnomination hatten die SVP-Mitglieder ihre Parolen für die drei eidgenössischen Abstimmungen vom 23. September gefasst:

Nein zum Bundesbeschluss über die Jugendmusikförderung, Ja zur Volksinitiative «Sicheres Wohnen im Alter», Nein zur Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen». Die Parolen fielen damit so aus, wie das die Nationalräte Roland Borer und Walter Wobmann empfohlen hatten.

Ja sagt die SVP zur einzigen kantonalen Vorlage, der Ergänzung der Unvereinbarkeiten in der Kantonsverfassung. Kantonsrat Christian Werner (Olten) fand es richtig, dass keine nebenamtlichen Mitglieder und Ersatzmitglieder kantonaler Gerichte mehr im Kantonsrat sitzen sollen.