Amtsgericht
SVP-Kantonsrat Heinz Müller weist Steuerbetrugs-Vorwurf zurück

Heinz Müller, ehemaliger Kantonalpräsident der Solothurner SVP, weist die Steuerbetrugs-Vorwürfe weit von sich. Er ist überzeugt, dass alles rechtens war.

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Heinz Müller

Heinz Müller

Hanspeter Bärtschi

Heute hat er vor Amtsgericht Solothurn-Lebern betont, dass er stets überzeugt davon gewesen sei, dass das Abzweigen von Geldern aus seiner Firma zur Finanzierung seines Nationalratswahlkampfs 2007 rechtens gewesen sei.

Insgesamt, so warf die Staatsanwaltschaft Müller gestern vor, soll dieser 187‘000 Franken - bisher war stets von 170‘000 Franken die Rede gewesen - aus seiner Firma in die eigene Wahlkampf-Kasse abgezweigt haben. Diese Gelder hatte er als Geschäftsaufwand verbucht, was dazu geführt habe, dass auch die Unternehmenssteuern entsprechend tiefer ausgefallen sei. Damit hat er laut Anklage nicht nur mehrfachen Steuerbetrug begangen, sondern auch noch Unterschriftenfälschung.

Gezielt herausgepickt?

Als Zeugen vor Gericht vorgeladen waren der Leiter der Abteilung Juristische Personen, der Revisor von Müllers KMU-Firma, sowie ein Geschäftspartner des SVP-Kantonsrates. Letzterer sollte die sinngemässe Argumentation stützen, dass die Wahl Müllers in den Nationalrat nicht nur für dessen eigene Firma, sondern für die gesamte Branche wichtig gewesen wäre und deshalb die se Art Wahlkampffinanzierung gerechtfertigt gewesen sei.

Müllers Anwalt interessierte insbesondere die Frage nach der üblichen Praxis der kantonalen Steuerbehörde in ähnlichen Fällen. Konkret, ob Müller - aus politischen Gründen - gezielt herausgepickt worden sei.

Entgegen der vorsichtigen Planung des Gerichts, kann die öffentliche Verhandlung bereits heute Montag, am späteren Nachmittag mit den Plädoyers abgeschlossen werden. Am Dienstag folgt dann die geheime Urteilsberatung; die Urteilseröffnung ist auf Mittwoch angesetzt. (ums.)