Wer zwei Franken Taschengeld pro Tag erhält, kann sich keinen Schwimmkurs leisten. Das schreibt der Regierungsrat in einer Stellungnahme auf einen SVP-Vorstoss. Die Partei hatte kritisiert, dass der Kanton diesen Sommer für minderjährige Asylsuchende, die ohne Eltern in der Schweiz leben, einen Schwimmkurs organisiert und finanziert hat. Nun rechtfertigt der Kanton das Angebot. Diese Kinder hätten besondere Schutzbedürfnisse, schreibt das Innendepartement. Die staatlichen Behörden müssten, da die Eltern fehlen, in verschiedenen Belangen «die entstandene Lücke schliessen». Dazu gehöre es, die Kinder zu integrieren und über Freizeitaktivitäten den Kontakt zu Gleichaltrigen zu fördern.

SVP-Kantonsrat Beat Künzli (Laupersdorf) hatte die Kurse als «befremdend» kritisiert, da viele Schweizer Schulen aus Kostengründen keinen Schwimmunterricht anbieten. Darauf entgegnet das Innendepartement nun, dass einheimische Kinder in der Regel «das Schwimmen frühzeitig mit der Unterstützung ihrer Eltern oder in der Schule erlernen».

Dass Knaben und Mädchen getrennte Kurse erhalten haben, begründet das Departement mit «pädagogischen Überlegungen». «Das Ablegen des Kopftuchs, die Benutzung einer gemeinsamen Garderobe und vor allem das sich Zeigen in einem Badeanzug» sei für einige Teilnehmerinnen Herausforderung genug. Um die Mädchen nicht noch weiter zu belasten, habe man die Kurse nach Geschlechtern getrennt durchgeführt. Ansonsten werde konsequent darauf hingewiesen, dass Geschlechtertrennung in der Schweiz nicht üblich sei.

Die Kosten für die vier Kurse mit 30 Teilnehmenden haben 5600 Franken betragen, zusätzlich kosteten die Eintritte ins Solothurner Freibad 1153 Franken. Die Kosten wurden von der Asylsozialhilfe getragen und mit Bundesmitteln gedeckt. Nicht zuletzt, so das Innendepartement, gehe es um Prävention. Unter den Ertrunkenen waren im vergangenen Jahr zahlreiche Migranten. (lfh)