Aus Konsumentensicht gibt es für die Privathaushalte in der Region Solothurn Erfreuliches zu berichten. Die Strompreise werden auf Anfang 2014 sinken, wie eine Zusammenstellung der Angaben der Stromversorger ergibt. Damit stemmen sich die regionalen Energielieferanten gegen den nationalen Trend. «Im gesamtschweizerischen Durchschnitt ist mit einer leichten Erhöhung der Strompreise um rund 2 Prozent zu rechnen», schrieb der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen diese Woche in einer Mitteilung. Das Ergebnis basierte auf einer Umfrage bei 31 Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die 53 Prozent der Schweiz versorgen.

Im Gegensatz dazu wird die AEK Energie AG, der grösste Versorger in der Region, ihre Strompreise auf Anfang 2014 senken. «Dank tieferen Beschaffungskosten kann sich die AEK dem Trend steigender Strompreise widersetzen», schreibt der Versorger in einer Mitteilung. Abhängig vom Stromprodukt und Verbrauchsprofil betrage die Senkung der Totalkosten (Energie, Netznutzung und Abgaben) zwischen 1,9 und 6,2 Prozent. Ein AEK-Durchschnittshaushalt muss rund 2,5 Prozent weniger für den Strom bezahlen. Zwar steigen auch bei der AEK die unbeeinflussbaren Kosten für Netznutzung und Abgang (KEV) an (wir berichteten). «Dank den erwähnten tieferen reinen Energiepreisen kann die AEK aber diese höheren Kosten mehr als wettmachen. Die AEK versorgt rund 40 Gemeinden mit Strom.

Ebenfalls in Grenchen müssen die Strombezüger im kommenden Jahr weniger bezahlen. «Über alle Verbrauchs- profile betrachtet, wird der Strompreis insgesamt um ein Prozent sinken», erklärt Per Just, Direktor der Städtischen Werke Grenchen (SWG), auf Anfrage. Und in der Stadt Solothurn profitieren die Privathaushalte ebenfalls. Sie werden im Durchschnitt zwei Prozent weniger bezahlen, beim günstigsten Produkt liegt die Senkung bei fünf Prozent, teilte der Stadtversorger Regio Energie Solothurn mit (siehe gestrige Ausgabe).

Die Langenthalerinnen und Langenthaler müssen dagegen ab Januar 2014 tiefer in die Tasche greifen. Zwar sinken die Preise rein für die Energie auch im Oberaargau, und zwar um durchschnittlich 2,6 Prozent, wie die Industriellen Betriebe Langenthal (IBL) mitteilen. Allerdings genüge das nicht, um die Tariferhöhung für die Netznutzung und die ansteigenden Abgaben (Systemdienstleistungen und KEV) ganz aufzufangen, erläutert Hans Eisenhut, Leiter Vertrieb bei den IBL, auf Anfrage. Das hat zur Folge, dass die Energiekosten insgesamt um rund 4 Prozent steigen werden. Für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 4500 Kilowattstunden entspreche das rund 35 Franken Mehrkosten pro Jahr, rechnet Eisenhut vor.

Bei allen Angaben handelt es sich um Durchschnittswerte. Wer die Strompreise nach Gemeinde und Verbrauchsprofil vergleichen will, wird auf der Homepage der Elcom fündig (www.strompreis.elcom.admin.ch). Zudem betreiben die Versorger online eigene Strompreisrechner. Dort werden die Preisveränderungen individuell berechnet.