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Strohbett statt Strandliege: «Viele Solothurner verbringen die Sommerferien in der Schweiz»

Aare, Bauernhof, Burgäschisee: Hier verbringen Solothurnerinnen und Solothurner gerne ihre Sommerferien. Wegen Corona hat an diesen Ausflugszielen die Anzahl einheimischer Gäste aktuell nochmals zugenommen.

Tanja Graziano
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Schlafen im Stroh auf dem Berghof Montpelon
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 Elsbeth Lanz leitet den Eventbauernhof Montpelon gemeinsam mit ihrem Mann.
 Hier gibts Bogenschiessen

Schlafen im Stroh auf dem Berghof Montpelon

Hanspeter Bärtschi

Diesen Sommer suchen viele Schweizer nach Alternativen für ihre alljährlichen Strandferien. Eine der Möglichkeiten: Ferien auf dem Bauernhof. Der Eventbauernhof Montpelon in Gänsbrunnen ist ein Beispiel dafür. «Wir haben auffallend viele Anfragen diesen Sommer», berichtet die Besitzerin Elsbeth Lanz.

Der Hof bietet verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten wie etwa Trampolinspringen und Bogenschiessen an. «Die Ferienwohnung ist bis im Herbst ausgebucht». Auch die Mehrbettzimmer sowie das Übernachten im Stroh seien beliebt.Da man im Moment jedoch die Gruppen aufgrund der Coronamassnahmen getrennt unterbringen müsse, könne nicht der ganze Platz ausgenutzt werden. Dies würde die etwas Planung erschweren.

Platz ist vorhanden - Gruppen werden aber nicht gemischt

In ihrer grösseren Unterkunft sei Platz für bis zu 30 Gäste, so Lanz. Theoretisch könne man dort den Abstand zwischen verschiedenen Personen noch einhalten. Trotzdem würden sie die Gruppen im Moment lieber getrennt unterbringen. «Den Besuchern ist es auch lieber so», stellt Lanz fest.

Von der Terrasse aus haben die Besucher eine schöne Aussicht auf die Berge und das Thal. Dies scheint an diesem Tage auch die Gruppe von Kaffeetrinkern angezogen zu haben. Ansonsten ist es noch ruhig auf dem Hof. Nebst den drei Gästen und wenigen Mitarbeitern ist niemand zu sehen. Die Gäste kommen hier meist gegen den späten Nachmittag an. «Heute ist eine Gruppe von vier Personen angemeldet», sagt Lanz. Für sie hat es also genug Platz.

Das freut später die Gruppe, drei Kinder mit ihrer Patin, bei der Ankunft. Als die Kinder die grosse Unterkunft mit den Strohbetten sehen, staunen sie. Weil sie die einzigen Gäste sind, dürfen sie aus all den vorhandenen Schlafplätzen ihre Strohbetten auswählen.

Schlafen im Stroh, Abschalten in der Natur – das lockt Besucher an. Die Bauernhöfe mit Übernachtungsangebot im Kanton bekommen jedes Jahr viele Anfragen. Auffallend ist aktuell aber: Dieses Jahr handelt es sich im Gegensatz zu Vorjahren hauptsächlich um Gäste aus der Schweiz.

Die Unterkünfte sind während der Sommerferien ausgebucht

«Es buchen viel mehr Schweizer unsere Ferienwohnungen», erklärt Sandra Grütter vom Weierhof in Subingen. Die Familie betreibt zwei Ferienwohnungen auf dem Bauernhof. In den Jahren zuvor habe es viele Deutsche Gäste gegeben. «Im Sommer haben wir immer viele Buchungen», erklärt Grütter.
Wie in Subingen kommen auch die Gäste auf dem Schafmatthof in Gänsbrunnen seit anfang der Coronakrise mehrheitlich aus der Schweiz. «Wahrscheinlich weil sie nicht nach Hawaii fliegen oder ans Meer fahren konnten», sagt Cornelia Woodtli-Lehmann. Die Ferienwohnungen seien aber auch hier immer gut gebucht. «Im Moment fällt auf, dass die Gäste die Wohnung für längere Ferien buchen». Dies sogar bis zu zwölf Tagen, so Woodtli-Lehmann.

Auch Tanja Burkolter, die Leiterin des Lamatrekking im Bucheggberg stellt fest, dass viele Solothurner die Sommerferien in der Schweiz verbringen. Ihr falle das vor allem in Bezug auf Ferienpässe auf. Burkolter leitet Ferienpass-Kurse in verschiedenen Bezirken im Kanton – dies schon seit einigen Jahren. «Viele Kinder sind zuhause und nutzen das Ferienpassangebot. Dieses Jahr sind alle Ferienpasskurse ausgebucht», berichtet Burkolter.

Ein durchschnittliches Jahr beim Lamatrekking

Ansonsten scheine es ein durchschnittliches Jahr zu werden, fährt die Leiterin des Lamatrekkings fort. «In den Sommerferien ist es normal, dass ich täglich drei bis vier Touren durchführe», erklärt Burkolter. Weder auf Übernachtungen noch das Trekking habe die momentane Situation einen Einfluss.

Auch von der Organisation her gesehen: «Wir sind beim Trekking immer draussen und können dadurch den Abstand gut einhalten». Dasselbe gelte für die Übernachtungen, da sie dafür jeweils nur eine Gruppe pro Nacht annehme. «Unser Übernachtungsangebot ist simpel. Die Gäste schlafen in einem Zelt neben dem Stall», so Burkolter.

Nebst Burkolters und den anderen erwähnten Angeboten gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten für Ferien auf dem Bauernhof im Kanton. Was wohl auch dazu führt, dass die Angebote jedes Jahr gefragt sind. Und in diesem Jahr speziell – für Ferien zu Hause.

Jugendherbergen haben mehrheitlich Schweizer Gäste

Wie Youthhostel, die Organisation für Schweizer Jugendherbergen, mitteilt, sind die Jugendherbergen Marienstein und Solothurn sehr gut ausgebucht. Diese Information ist die einzige, welche betriebsspezifisch angegeben wird. Bei den Schweizer Jugendherbergen könne aber insgesamt festgehalten werden, dass zurzeit nahezu 100 Prozent der Gäste aus der Schweiz stammten. Fehlen würde die Nachfrage aus den europäischen Ländern.

Obwohl Lager unter Einhaltung des Schutzkonzeptes durchgeführt werden können, sei eine grosse Zurückhaltung zu spüren. Dass der Bund zu Ferien in der Schweiz aufrief, habe auf die Jugendherbergen einen positiven Effekt, da ein Zuwachs von Neukunden verzeichnet werden konnte. Für die Herbstferien rechnet Youthhostel mit spontanen Buchungen. (nas)