Tourismusverband

Straumann hat Präsidium für Kanton Solothurn Tourismus im Visier

Walter Straumann

Walter Straumann

Ex-Regierungsrat Walter Straumann soll 2014 Präsident Tourismusverbandes werden. Er sei mit allen Regionen des Kantons vertraut, meint Geschäftsführer Jürgen Hofer. Doch offenbar geht es auch um politisches Lobbying.

Walter Straumann (70), der Ende Juli seine letzte Amtsperiode als Solothurner Regierungsrat beendet hat, ist Kandidat für die Nachfolge von Erich Egli als Präsident des Vereins Kanton Solothurn Tourismus. Das wurde gestern an einer Medienorientierung zum neuen Kulturweg «Via Surprise» im Kloster Mariastein bekannt.

Egli wolle auf die nächste Generalversammlung von Mai 2014 zurücktreten, erklärt Geschäftsführer Jürgen Hofer. Entsprechend dem Anforderungsprofil, das Egli formuliert hat, habe sich der Vorstand an die Kandidatensuche gemacht und Walter Straumann angefragt. Dieser sagte zu. Ausgeschrieben wurde das Präsidium nicht.

Lobbying fürs Geld vom Kanton

Warum gerade der bisherige Bau- und Justizdirektor, der bisher nicht als Tourismusfachmann aufgefallen war? Straumann sei seit Jahrzehnten als sehr integrative Persönlichkeit bekannt, führt Hofer aus. Er sei mit allen Regionen des Kantons gut vertraut. Und natürlich verfüge er als ehemaliger Regierungsrat über ein grosses Beziehungsnetz in der Solothurner Politik.

Besonders im Auge hat der Vorstand offenbar das politische Lobbying. Bisher wird der Verband vom Kanton mit 200 000 Franken jährlich unterstützt. Dieser Betrag war in früheren Sparrunden mehrmals gefährdet. Vor einem Jahr schlug der Regierungsrat im Entwurf zum neuen Wirtschaftsgesetz eine andere Finanzierung vor, mit insgesamt 500 000 Franken für verschiedene Massnahmen der Tourismusförderung (nicht nur für den Verband).

In seiner Vernehmlassung von Anfang 2013 forderte der Verband, den Beitrag an ihn auf 500 000 Franken pro Jahr zu erhöhen und mit weiteren 300 000 Franken Tourismusprojekte zu unterstützen. Im Zusammenhang mit den geplanten Sparmassnahmen dürfte die Höhe der staatlichen Beiträge an den Tourismus aber stark umstritten sein. (cva)

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