Strafe erhöht
Urteil zu William W.: Solothurner Obergericht will die Verwahrung des Kinderschänders

Im Berufungsprozess gegen Sexualstraftäter William W. urteilt das Solothurner Obergericht härter als die Vorinstanz. Der Kinderschänder soll verwahrt werden.

Ornella Miller
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Obergericht im Amthaus 1 in Solothurn.

Obergericht im Amthaus 1 in Solothurn.

Hanspeter Bärtschi

Der 48-jährige William W., der sich mehrfach wiederholt sexuell an Kindern vergangen hat, soll gemäss Obergericht verwahrt werden. Zudem fiel die Gefängnisstrafe länger aus als bei der Vorinstanz. Das Obergericht mit Rolf von Felten, Daniel Kiefer und Hans-Peter Marti hatte über mehrfache Anträge zu entscheiden.

Zunächst ging es um die Berufung eines letztjährigen Urteils des Amtsgerichts Olten-Gösgen inklusive originärer Verwahrung wegen ebendieser Taten. Zudem um eine nachträgliche Verwahrung für die Sexualdelikte von 2006 von Starrkirch-Wil, bei denen ein 8-jähriges Mädchen das Opfer war.

Schuldsprüche wegen mehrfacher sexueller Handlungen bestätigt

Bei den jüngeren Fällen von 2018 wurde er nun teilweise entlastet. Nämlich für die angeblichen Übergriffe an zwei Kindern in deren Wohnung. Hier konnte das Gericht Suggestion im Antwortverhalten der Kinder nicht ausschliessen. Es bestünden auch zu viele Unklarheiten. Es urteilte hier wie die Vorinstanz und folgte der Verteidigung.

William W. verging sich unter anderem mehrfach sexuell an Kindern.

William W. verging sich unter anderem mehrfach sexuell an Kindern.

Bruno Kissling

Hingegen bestätigte es die Schuldsprüche für die mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern 2018, einerseits in einem Raum in einer Oltner Kirche an einem 5-jährigen Buben, andererseits in W.’s Oltner Restaurant an einem Schüler. Bei ersterem liege auch Schändung vor, beim zweiten nicht, da der Junge mit achteinhalb Jahren schon urteilsfähig war.

Verwahrung gerechtfertigt

Das Obergericht entschied weiter, dass William W. 2018 zwei weibliche Jugendliche sexuell belästigt habe (Klaps auf den Po, unerwünschter Kussversuch), die Vorinstanz hatte ihn noch vom Kussversuch-Vorwurf freigesprochen. Den Schuldspruch wegen Konsums harter Pornografie bestätigte das Obergericht. Die Genugtuungssummen für die Opfer fielen jetzt höher aus, 4000 und 6000 statt 1000 Franken.

Für die neuen Taten (2018) sei eine Verwahrung nicht gerechtfertigt, erklärte Kiefer, da sie zu wenig schwerwiegend seien. Sie gelten nicht als sogenannte Anlasstaten. Jedoch jene von 2006 in Starrkirch-Wil (zur Erinnerung: William W. war schon vor 2006 an Kindern sexuell straffällig geworden).

Kinderschänder William W. hier vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen.

Kinderschänder William W. hier vor dem Amtsgericht Olten-Gösgen.

Bruno Kissling

Da er nach seiner Entlassung Ende 2016 aus der stationären Massnahme in eine ambulante Massnahme trotz engmaschiger Betreuung wieder sexuell straffällig geworden war, habe gezeigt, dass solcherlei Massnahmen ihn nicht von erneutem Delinquieren abhielten. Alle Voraussetzungen für eine Verwahrung lägen nun vor.

Keine Einsicht bei William W.

William W. hat gemäss zwei übereinstimmenden Gutachtern eine schwere kombinierte Persönlichkeitsstörung und eine Pädophilie nicht ausschliesslichen Typs, was einen Zusammenhang zur Delinquenz habe. Er sei ein «Hochrisikotäter». Er zeige keinerlei Störungseinsicht, Therapie bringe nichts. Bei einer Entlassung würde eine «ernsthafte Gefahr wie 2006» drohen. Das Gericht sehe es als verhältnismässig an, ihn zu verwahren und die Gesellschaft zu schützen.

Die Strafe fällt nun mit 37 Monaten Gefängnis höher aus als die beschlossene 30-monatige Gefängnisstrafe der Vorinstanz. William W. erhält auch ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot mit Kindern. Er wurde sogleich in Sicherheitshaft genommen für den Fall, dass er – wie schon etliche Male vorher – bis vors Bundesgericht geht.

Das Obergericht hielt auch fest, dass das Verfahren nicht verzögert worden sei und dass die Medien keine Vorverurteilung vorgenommen hätten, die Verteidigung hätte dies beweisen müssen. William W. blieb nach dem Urteil ruhig. Das damalige Opfer von Starrkirch-Wil verfolgte den Berufungsprozess auf der Zuschauertribüne mit.

Beitrag zum Urteil William W.

Tele M1

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