Oensingen
Stossrichtung zur Konzentration ist nachvollziehbar, aber...

Die 20 Raiffeisenbanken des Solothurner Verbands der Raiffeisenbanken haben 2014 481 Milliarden Franken ausgeliehen. An der Generalversammlung war auch die Zukunft des Verbandes Thema.

Urs Amacher
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Einen Früchtekorb für ihre langjährige Tätigkeit erhielten Urs Murer (20 Jahre Verwaltungsrat Recherswil-Gerlafingen-Koppigen), Andreas Meier (25 Jahre Verwaltungsratspräsident Niedergösgen-Schönenwerd-Eppenberg) und Beat Leuenberger (20 Jahre Bankleiter Däniken-Gretzenbach), flankiert von Präsident Rolf Kissling und Vorstandsmitglied Dagmar Adam.

Einen Früchtekorb für ihre langjährige Tätigkeit erhielten Urs Murer (20 Jahre Verwaltungsrat Recherswil-Gerlafingen-Koppigen), Andreas Meier (25 Jahre Verwaltungsratspräsident Niedergösgen-Schönenwerd-Eppenberg) und Beat Leuenberger (20 Jahre Bankleiter Däniken-Gretzenbach), flankiert von Präsident Rolf Kissling und Vorstandsmitglied Dagmar Adam.

Urs Amacher

«Trotz heftigem Gegenwind und immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen arbeiten wir nach wie vor äusserst erfolgreich», stellte Rolf Kissling in seiner Begrüssungsrede nicht ohne Stolz fest. Der Präsident des Solothurner Verbands der Raiffeisenbanken (RVSO) äusserte sich an der Generalversammlung überzeugt, dass gerade die kleinräumigen Strukturen von Raiffeisen grosse Vorteile bieten.

Die einzelnen Raiffeisenbanken wirtschaften in ihrem lokalen und regionalen Umfeld selbständig und können die Kundenbedürfnisse auf dem kürzesten Weg abholen. Gleichzeitig sei eine gut koordinierte Kommunikation zwischen den Banken da A und O, betonte Kissling vor den im Oensinger Bienkensaal versammelten Delegierten, und fuhr fort: «In diesem Bereich möchte ich auch unseren Verband noch gezielter positionieren, um gemeinsam erarbeitete Erkenntnisse und Iden in den Kreis der Regionalbanken einfliessen zu lassen und via diese in die Schweizer Raiffeisengruppe einzubringen».

Das erfolgreiche Wirtschaften der 481 Mitarbeitenden auf den Geschäftsstellen untermauerte Finanzchef Stephan Julier mit entsprechenden Zahlen. Im Jahr 2014 liehen die 20 Raiffeisenbanken des Regionalverbandes insgesamt 8,34 Milliarden Franken an Kunden aus; dies entspricht einer Zunahme um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei machen die Hypotheken mit 8,1 Milliarden den weitaus grössten Teil des Zinsgeschäftes aus.

Ebenfalls gewachsen sind die konsolidierte Bilanzsumme um 3,9 Prozent auf 9,4 Milliarden und die Kundengelder auf 7,86 Milliarden (plus 3,5 Prozent). Gleichzeitig konnte der Geschäftsaufwand um 0,6 Prozent auf 79,7 Millionen gesenkt werden. Aus all dem resultierte ein Bruttogewinn von 55,5 Millionen, was einer Steigerung von 2 Prozent entspricht. Erneut zugenommen hat auch die Anzahl Mitglieder auf 112›260. Die Raiffeisenbanken können auf die Treue der 210'000 Kunden zählen, dies bei 323'000 Einwohnern im Verbandsgebiet.

Strukturdiskussion

«Wir sind auf Kurs», kommentierte RVSO-Präsident Rolf Kissling die Geschäftszahlen. In seinem Jahresbericht widmete er sich zudem der Zukunft. In der Verbandsleitung wurde vor allem auch das Dossier «Strukturen des RV Solothurn 2020» diskutiert. Die darin von Raiffeisen Schweiz vorgegebene Stossrichtung zur Konzentration sei grundsätzlich nachvollziehbar. «In unserem Gebiet ist aber auf die unterschiedlichen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen regionalen Strukturen Rücksicht zu nehmen, wenn die Erfolgsgeschichte der Raiffeisenbank weitergehen soll», mahnte Kissling.
Michael Auer, Mitglied der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, ging in seiner Grussbotschaft auf Rolf Kisslings aber nicht direkt ein.

Vielmehr lobte er den RV Solothurn als seinen Lieblingsverband. Seit sechs Jahren sei dessen Produktivität am Wachsen. In seinen Stichworten zur Zukunft nannte Auer die Diversifikation vom Kerngeschäft Sparen/Hypo-Ausleihen zum Firmenkundengeschäft, die Digitalisierung mit Vertriebskanälen der Produkte übers Internet und den Umgang mit stärkeren Regulierungen. Er sprach überdies die Firmenkultur an, die auf genossenschaftliche Werte und grosse Selbständigkeit der lokalen Raiffeisenbanken fusst. Innovation und Risiko werden ein grösseres Gewicht erhalten, so Michael Auer. Bau und Justizdirektor Roland Fürst überbrachte die Grüsse des Regierungsrats und betonte den Wert des Netzes der selbständig wirtschaftenden lokalen Banken.

Rebecca Baumann, Vorstandsmitglied und Präsidentin der Werbekommission, erläuterte die Werbeabrechnung. Gegenwärtig fliessen 94 Prozent der Werbeausgaben ins Sponsoring von Anlässen wie die Literaturtage oder die Oltner Kabaretttage. Inskünftig soll allerdings das Sponsoring nicht mehr derart dominant sein, sondern die Mittel sollen eher für Online-Kampagnen eingesetzt werden.

Nicht weniger als neunzehn Raiffeisen- Mitarbeitende haben im letzten Jahr eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Sie durften aus den Händen von Vorstandsmitglied Dagmar Adam ein Präsent entgegennehmen. Ebenfalls wurden Beat Leuenberger (20 Jahre Bankleiter Däniken-Gretzenbach), Andreas Meier (25 Jahre Verwaltungsratspräsident Niedergösgen-Schönenwerd-Eppenberg) und Urs Murer (20 Jahre Verwaltungsrat Recherswil-Gerlafingen-Koppigen) mit je einem Früchtekorb für ihre langjährige Tätigkeit geehrt.

Das Theater Mausefalle rundete die Versammlung ab mit einer Zeitreise in die Blüte des Kabaretts mit Nummern von Cesar Keiser und Cabaret Rotstift.

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