Dass Littering nach wie vor immer wieder zur Sprache kommt, liegt ganz einfach daran, dass Littering ein ernst zu nehmendes Problem darstellt. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Ruf eines Ortes, einer Stadt, oder der Lebensqualität der Menschen, die darin leben. Grenchen ist Beispiel dafür, wie es nicht sein sollte. Die Polizei in Grenchen ergriff Massnahmen und schickte vier Polizisten in Zivil auf die Strasse. Diese Abfall-Patrouille hatte dann auch Erfolg. Innerhalb von zwei Tagen wurden 25 Bussen wegen Litterings verteilt. Das entspricht 1000 Franken. Die Betroffenen hatten aber noch Glück. Im Kanton Aargau wird Littering mit satten 300 Franken geahndet. 

Auch Olten kennt das Problem. Auf Anfrage beim Werkhof bestätigt Nicole Schumacher, Leiterin Administration Werkhof, dass auch Olten vom Littering nicht verschont bleibt. Genaue Zahlen liegen aber nicht vor. Zu schwierig sei das in Zahlen zu fassen, so Nicole Schumacher. Auf die Frage hin, wie Olten gegen Littering vorgeht, erklärt Schumacher, dass der Werkhof verschiedenste Veranstaltungen rund ums Thema Abfall biete. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Littering-Kampagne veranstaltet der Werkhof unter anderem das sogenannte Plogging-Event. Das Wort Plogging setzt sich aus dem schwedischen «plocka» (= pflücken) und dem englischen «Jogging» zusammen. Bei diesem Fitnesstrend aus Schweden kommen die «Plogger» zusammen, joggen durch Wälder, Wiesen und Parks und sammeln dabei den Müll auf.

Plogging-Event 2018, veranstaltet durch den Werkhof Olten

In der Stadt Solothurn habe sich die Littering-Situation stark gebessert, erklärt Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei Solothurn. «Die Littering-Kampagne vor einigen Jahren, bei der wir vor allem mit Plakaten auf die Situation aufmerksam gemacht haben, war ein Erfolg. Eine Aktion, wie sie in Grenchen gemacht worden ist, machen wir hier aber nicht. Wir haben wichtigeres zu tun», so Fedeli. Das heisse aber nicht, dass nicht gegen Littering vorgegangen wird. «Wird ein Abfallsünder in flagranti erwischt, wird er sofort gebüsst. Zudem rückt die Polizei des öfteren aus, wenn sich Personen telefonisch über ein Abfallproblem beklagen. Sei es in einer Wohnsiedlung oder auf öffentlichen Plätzen.»

Nach Aussage des Polizeikommandanten sei es aber nach wie vor schwierig gegen Litterer vorzugehen. «Wird der Verantwortliche beim Vergehen nicht auf frischer Tat ertappt, so bleiben uns die Hände gebunden.»

Laut der Interessensgemeinschaft für eine saubere Umwelt nehmen die Littering-Fälle zu. Einerseits sei das auf das Konsumverhalten der Menschen zurückzuführen. Heutzutage wird vermehrt unterwegs gegessen, die Menschen pendeln viel häufiger und nutzen die öffentlichen Räume intensiver. So nimmt auch die Verschmutzung solcher Räume zu.

Anderseits hinterlässt auch der Boom von Gratiszeitungen seine Spuren. Kurz gelesen und dann weggeworfen. So geht es den meisten Gratiszeitungen. Dass Zigarettenstummel eines der grössten Littering-Probleme darstellen ist wenig überraschend. Überall liegen sie herum, prägen jedes Stadtbild. Die Zigarettenstummel waren auch hauptverantwortlich für die meisten Bussen, die im eingangs erwähnten Artikel ausgesprochen wurden.

Die Kosten sprechen für sich

Laut einer Studie des BAFU (Bundesamt für Umwelt) aus dem Jahr 2011, kostet Littering jährlich rund 200. Mio Franken.  Dabei fallen 75 Prozent im öffentlichen Raum von Städten und Gemeinden an, zusätzliche 25 Prozent im öffentlichen Verkehr. Die durch Littering verursachten Kosten und deren Aufteilung auf die jeweiligen Littering-Fraktionen wurden basierend auf repräsentativen Stichproben in 40 Gemeinden und bei 9 öffentlichen Verkehrsbetrieben (ÖV) ermittelt, schreibt das Bundesamt für Umwelt.

Die Reinigungskosten im öffentlichen Verkehr belaufen sich auf 48 Mio. Franken pro Jahr

Die Reinigungskosten in den Gemeinden belaufen sich auf 144 Mio. Franken pro Jahr