Amtsgericht

Stiefvater auf Sulzer-Parkplatz überfahren: Serbe wird freigesprochen – es war ein tragischer Unfall

Auf dem Sulzer-Parkplatz kam es zum Unfall. (Archiv)

Auf dem Sulzer-Parkplatz kam es zum Unfall. (Archiv)

Das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt hat das Urteil im Fall des Serben, der 2013 auf dem Sulzer-Parkplatz in Zuchwil seinen Stiefvater mit dem Auto überrollte und ihm tödliche Verletzungen zufügte, gesprochen. Es lautet: Freispruch.

Es sei keine absichtliche oder fahrlässige Tötung gewesen, entschied das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt im Fall des serbischen Fahrers Vuk R*, der im September 2013 seinen Stiefvater und Landsmann auf dem Sulzer-Parkplatz in Zuchwil zu Tode gefahren hat. Sondern bloss ein tragischer Unfall. Die sehr ausführliche vergleichende Würdigung der Zeugenaussagen und Sachbeweise ergab, dass man auf die Zeugen nicht abstellen könne und vor allem, dass Suggestion bei ihnen nicht ausgeschlossen sei. Die meisten Zeugen seien Kinder zwischen 10 und 12 Jahren gewesen. Schon dies vermindere deren Glaubwürdigkeit.

Die Kinder seien erst Tage später befragt worden, so dass sie womöglich Aussagen machten, die sie sich zusammengereimt hätten. Zudem sei die zeitliche Abfolge so, dass belastende Zeugenaussagen gar nicht mit den überprüfbaren Zeiten übereinstimmen könnten. Zum Beispiel hörten Kinder Streit zu einem Zeitpunkt, an dem das Auto gar noch nicht auf dem Parkplatz war. «Wir haben Zweifel», sagte Amtsgerichtspräsident Stefan Altermatt. Aber die Version gemäss der Angeklagte schuldig sei, sei noch weniger möglich.

Das Gericht spreche ihn vom Tötungsvorhalt «in dubio pro reo» frei. Auch dass er fahrlässig das Auto umparkiert habe, sei nicht gegeben, man könne von ihm nicht verlangen, rund ums Auto zu gehen und sich zu vergewissern, dass niemand nahe am Auto am Boden läge. Angehörige des Getöteten trauerten nach dem Urteil und äusserten laut und heftig ihre Wut gegenüber dem Staatsanwalt und ihrem eigenen Anwalt. Die Gegenpartei war derweil schon fortgegangen und die Richter sassen noch im Gerichtssaal. Zwei Polizeibeamte waren vorsorglich zur Urteilsverkündung aufgeboten worden. *Name geändert

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