An der Herbstsynode der reformierten Kirche Kanton Solothurn in Dulliken stellte Finanzvorstand Markus Leuenberger den Voranschlag der Synode und des Finanzausgleichs 2019 vor. Das Budget sei das letzte nach dem alten Modus, denn das Ende des Finanzausgleichs stehe bevor, erklärte der Synodalrat. Anfang 2019 debattiert der Kantonsrat über den Beitrag, den die öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen vom Kanton erhalten. Der Regierungsrat hat dafür 10 Mio. Franken vorgesehen. Das bestätigte Dieter Altenburger, Leiter im Amt Kirchenwesen des Kantons. Laut Altenburger soll die Finanzvorlage 2020 umgesetzt werden.

Altenburger bedauerte, dass das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (Heks) aus finanziellen Gründen die Rechtsberatungsstelle für sozial Benachteiligte in Aarau schliesst. Dem stimmte Synodalratspräsidentin Verena Enzler zu. Sie forderte die Kirchgemeinden auf, ihre Heks-Spenden direkt an die Regionalstelle Aarau zu überweisen. Weiter informierte Enzler, dass im Januar das neue Palliative-Care-Konzept vorgestellt werde. Die Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden sei eine der vielen Aufgaben, welche die Kirchen für die Allgemeinheit erbringen. Wenn die Kirchen diese mit all ihren Freiwilligen nicht mehr leisten können, müsste der Kanton einspringen. Wie Studien zeigten, würde dies ein Mehrfaches kosten.

Mission ernst nehmen

Seit den letzten Jahrzehnten leiden die Kirchen in Europa unter Mitgliederrückgang. Wie die ostdeutschen Kirchen damit umgehen, stellte der Oltner Pfarrer Uwe Kaiser den Synodalen vor. Seine These lautet: «Kirche könne trotz widrigen Umständen eine Ausstrahlung haben.» Uwe Kaiser hat in seinem Sabbatical Mecklenburg-Vorpommern besucht, in dem die Christen eine Minderheit bilden. Nur 8 Prozent gehören der lutherischen Kirche an. Prägend für dieses Land waren der Nationalsozialismus, die DDR-Zeit und auch die Wende. Das Gebiet leidet unter einer starken Abwanderung, viele Junge und Gutausgebildete ziehen in den Westen oder nach Berlin. Zurück bleiben die ältere Generation und etliche, die sich heute als Verlierer der Wende sehen. Resultat sei ein teilweise «religionsfeindliches Klima».

Mission müsse wieder zu einem Thema werden, forderte Kaiser. Die Kritik an früheren Missionsstrategien werde durch den heute üblichen Missionsbegriff aufgehoben: «Nicht wir sind es, die Andere missionieren, sondern Gott selber ist am Werk! Und wo wir sein Wirken sehen, sind wir zur Mitarbeit aufgerufen», so der Pfarrer. Das bedinge ein «aktives Hinsehen und Wahrnehmen der Bedürfnisse unserer Mitmenschen». Der Glaube müsse sich im alltäglichen Zusammenleben bewähren.

Die Kirchen müssten neue Projekte und Ausdrucksformen entwickeln. «Bewährtes soll neben Neuem bestehen können. Es braucht aber auch den Mut, manche alten Zöpfe abzuschneiden», forderte Kaiser. «Nicht mehr alle Kirchgemeinden können alles anbieten.» (tz)