Solothurn zieht bei seinen Einwohnern vergleichsweise viel Steuern ein. Neu ist diese Feststellung nicht. Aber sie ist am Dienstag bestätigt worden, als die eidgenössische Steuerverwaltung neue Zahlen zur Steuerbelastung 2017 in den Kantonshauptorten vorlegte. Die Statistik zeigt: Insbesondere tiefe Einkommen und der Mittelstand werden belastet. Bei Bruttoarbeitseinkommen zwischen rund 30'000 und 125'000 Franken zeigt Solothurn sowohl für Ledige als auch für Familien jeweils eine der höchsten Steuerbelastungen schweizweit.

In der Statistik wetteifert Solothurn jeweils mit Lausanne, Bern, Neuenburg oder Delsberg JU um die letzten Plätze schweizweit. Gemessen wurde die Belastung der Bruttoarbeitseinkommen durch Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern jeweils in den Kantonshauptorten. So werden in Solothurn beispielsweise alleinstehende Rentner mit 30'000 Franken AHV- und Pensionseinkommen schweizweit am höchsten besteuert. In der Stadt Solothurn liefern sie rund zehn Prozent ihrer Einkünfte, nämlich 3043 Franken, an den Fiskus ab. In Genf wären es dagegen gerade einmal 25 Franken.

Auffallend ist auch: In rund der Hälfte der Kantone werden, zumindest bei Familien mit Kindern, geringe Bruttoarbeitseinkommen (bis zu 30'000 Franken jährlich) gar nicht besteuert. Solothurn allerdings verlangt dort mit den 60 Franken Kopfsteuern einen fixen Betrag. In Schaffhausen ist dieser gleich hoch, nur im Kanton Uri ist er mit 100 Franken höher.

Wird bald alles besser – oder gar noch schlimmer?

In der Steuervorlage 17 sieht die Regierung vor, nicht nur die Unternehmenssteuern sehr stark zu senken, sondern im Gegenzug auch die Steuerbelastung für die tieferen Einkommen zu senken. Unumstritten ist dies nicht. Die Grauen Panther haben sich in einem offenen Brief bereits an den Regierungsrat gewendet. Sie fürchten, dass die natürlichen Personen letztlich für die Senkung der Unternehmenssteuern zur Kasse gebeten werden könnten und so allfällige Steuersenkungen zunichtegemacht würden.