Uhrenidnustrie

Steht die noch unabhängige Breitling zum Verkauf?

Uhrmacher bei der Breitling. Der Hauptsitz der Uhrenmarke ist in Grenchen, die mechanischen Uhrwerke werden aber in La Chaux-de-Fonds gefertigt.

Uhrmacher bei der Breitling. Der Hauptsitz der Uhrenmarke ist in Grenchen, die mechanischen Uhrwerke werden aber in La Chaux-de-Fonds gefertigt.

Die traditionsreiche Uhrenherstellerin mit Sitz in Grenchen will die entsprechenden Gerüchte nicht kommentieren – auch wenn diese sich hartnäckig halten.

Bereits Mitte November wurde in Medien spekuliert, dass sich die Uhrenherstellerin Breitling in «einem Verkaufsprozess» befinde. Ende November doppelte die Nachrichtenagentur Bloomberg nach. Die Traditionsmarke stehe zum Verkauf.

Das Unternehmen werde bei der Suche nach einem Käufer von einer Investmentbank beraten. Der Verkaufsprozess befinde sich allerdings noch einer frühen Phase und es sei dazu auch noch kein Entscheid gefällt worden. Am ehesten kämen für den Kauf grosse Luxusgüterkonzerne in Frage. «Wir nehmen zu diesem Gerücht keine Stellung», erklärt Breitling-Sprecher Steven Biedert auf Anfrage.

Unabhängiger Uhrenhersteller

Falls tatsächlich ein «Grosser» die Grenchner Firma übernähme, würde eine weitere eigenständige Marke ihre Unabhängigkeit verlieren. Dies passierte zuvor schon Marken wie Tissot, Omega, Longines (Swatch) oder Tag Heuer, Zenit, Hublot (LVMH) oder Cartier, Piaget, IWC (Richemont).

Die Wurzeln von Breitling gehen bis ins Jahr 1884 zurück. Damals legte Léon Breitling in La Chaux-de-Fonds mit der Gründung einer Werkstatt zur Fertigung von Chronografen und Zählern den Grundstein. Heute ist Breitling bekannt für seine «Flieger-Uhren».

Die Firma ist eine der wenigen Herstellerinnen, die eigene mechanische Chronografenuhrwerke entwickelt und fertigt. Sie lässt zudem alle gefertigten Uhren bei der offiziellen Kontrollstelle COSC (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres) zertifizieren. Das sei das höchste Gütesiegel hinsichtlich Präzision, heisst es auf der Homepage.

400 Mitarbeitende

Der Hauptsitz von Breitling befindet sich in Grenchen, in La Chaux-de-Fonds ist die Produktion angesiedelt. Zahlen sind kaum erhältlich. «Als eines der letzten verbliebenen unabhängigen Schweizer Familienunternehmen in der Uhrenindustrie geben wir keine Unternehmenszahlen bekannt», sagt Steven Biedert.

Dagegen zeigt sich Breitling-Vizepräsident Jean-Paul Girardin in verschiedenen Zeitungsinterviews offener. Auf die Frage, wie sich die Zahl der 2015 bei der erwähnten COSC kontrollierten Uhrwerke von rund 150 000 im laufenden Jahr verändern werde, sagt Girardin Ende September in der «Le Temps»: «Wir werden etwa auf dem gleichen Niveau bleiben.» Auch die Zahl der Beschäftigten solle unverändert bleiben.

«Wir beschäftigten je 200 Angestellte in La Chaux-de-Fonds und in Grenchen.» Der Umsatz wird in der Branche auf 350 bis 400 Millionen Franken geschätzt. Breitling befindet sich seit 1979 in den Händen der Familie Schneider.

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