Lohndebatte

Stefan Spycher: «Ich habe kein Problem mit der Solothurner Ärztekritik»

Stefan Spycher: «Unsere Aufgabe ist es, Transparenz zu schaffen.»

Stefan Spycher: «Unsere Aufgabe ist es, Transparenz zu schaffen.»

Das Bundesamt für Gesundheit hat mit neuen Zahlen zu hohen Ärzte-Löhnen eine Debatte ausgelöst. In der «Samstagsrundschau» nahm BAG-Vizedirektor Stefan Spycher Stellung.

Der Vizedirektor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Stefan Spycher, hat sich in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF mit der Kritik der Gesellschaft der Solothurner Ärztinnen und Ärzte (GAeSO) an der Lohnstudie des Bundes befasst. Diese hatte von einer politisch motivierten» Zahlenreihe gesprochen und moniert, das BAG benütze seine Daten auf dem Weg zur «Staatsmedizin».

Zahlen unvollständig

«Ich habe kein Problem mit der Kritik, unsere Aufgabe ist es, Transparenz zu schaffen», sagte Spycher. Wobei er gleichzeitig einräumen musste, dass die Zahlen über die Arztlöhne in der Tat nicht vollständig seien. Und auch die letzten beiden Tarifeingriffe nicht berücksichtigten. Zudem seien Löhne «politisch». Das BAG habe nicht diese selbst, sondern deren Entstehung zu beurteilen.

An Realität vorbei?

Die GAeSo hatte nach der Publikation der BAG-Studie kritisiert, die Lohnrealitäten bei den Grundversorgern seien völlig andere als jene, die das Bundesamt verbreitete. Konkret: Die Zahlen der Ärzteschaft für das durchschnittliche Praxiseinkommen liegen mit gut 150 000 Franken rund 100 000 Franken unter dem errechneten Einkommen des BAG – die zudem weder an Effizienz und Effektivität noch an Qualität angebunden sind.
Für Jürg Schlup, den Präsidenten der FMH, ist klar: «Das BAG hat die Studie erstellen lassen, um die Ergebnisse bei künftigen Tarifgenehmigungen berücksichtigen zu können», sagt er dieser Zeitung gegenüber.

Keine abwegige Annahme: Spycher bestätigte in der «Samstagsrundschau», die Ergebnisse der BAG-Studie flössen in die Diskussionen um die neue Tarifstruktur für den Tarmed ein. Die Verhandlungen der Tarifpartner sind blockiert. Ein neuerlicher Eingriff des Bundes ist nicht auszuschliessen. (bbr)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1