Ein süsslicher Geruch stösst in die Nase, gedimmtes Licht, Kerzen, Sofas und Musik verbergen sich hinter den dunklen Eingangstüren einer Shisha-Lounge. Kaum eingetreten, wird man durch den Chef des Hauses begrüsst: Freundlich und zuvorkommend wird den Gästen ein Platz zugewiesen.

Um 19 Uhr scheinen die Lounges schon gut besucht. Viele Gäste unterschiedlichen Alters, hauptsächlich in den Zwanzigern, sitzen auf den Lounge-Plätzen, spielen Brettspiele und unterhalten sich. Dazu rauchen sie eine Shisha; gewöhnlich auch Nargile oder einfach Wasserpfeife genannt. Die Musik ist entspannend – meistens keine Technobeats und keine Partytunes. Wohnzimmerambiente mit orientalischem Flair.

Nüchterne, rauchende Gäste

Die Gäste machen einen erstaunlich nüchternen Eindruck und trinken keinen Alkohol, eher Softgetränke oder Tee. «Die Menschen betrinken sich hier nicht», sagt Prani Kathir, Geschäftsführer der Nara Lounge Zuchwil, und auch alle anderen befragten Personen stimmen damit überein.

Besir Türk, Geschäftsführer der Wookah Lounge Zuchwil, sieht darin einen der Gründe, warum es in Shisha-Bars kaum zu Auseinandersetzungen komme. «Als ich in Biel gearbeitet habe, tranken die Gäste viel Alkohol und wir mussten immer aufpassen, dass es nicht zu Raufereien kam», hier in Solothurn seien aber die Gäste friedlich und nicht alkoholisiert, erzählt Türk.

«Wir kommen hierhin, um statt ein «Fürobebier» zu trinken, eine «Fürobeshisha» zu rauchen», erzählt ein 27-jähriger Gast der Nara Lounge. «Die Atmosphäre ist toll und wir können vom Alltagsstress runterfahren», fügt sein Freund hinzu. Auch weitere Gäste versuchen, die «Faszination Shisha-Bar» in Worte zu fassen. So erzählt eine junge Frau in der Wookah Lounge, dass ein Besuch in diesem Lokal besser als eine Party in einem Club sei: «Es ist viel gemütlicher», man könne spielen und sich unterhalten.

Ihre Kollegin, auch 20 Jahre alt, meint, man könne sich hier entspannen, «dafür brauchen wir keine Zigaretten oder Gras». Beide wissen, dass auch Shisha-Tabak extrem gesundheitsschädlich ist. «Zigaretten rauche ich nicht», sagt eine 18-jährige Besucherin, aber Shisha schmecke ihr gut und sie möge es. Auch sie ist sich der Gesundheitsrisiken bewusst. Eine berauschende Wirkung hat dieser aromatisierte Tabak nicht – ein reines Genussmittel, das nur in den Fumoirs konsumiert wird. Diese Räume sind gefüllt, im Nichtraucherbereich sind nur vereinzelt Personen. Der süssliche Geruch in der Luft des gesamten Lokals kommt von den Shishas, die am häufigsten mit Früchte- oder mit Limetten- und Minzetabak gefüllt sind.

Mindestalter 16 – trotzdem ab 18

Mindestens 16 Jahre alt muss man sein, um Tabak zu rauchen und folglich eine Shisha-Lounge betreten zu dürfen. Am Eingang wird an Wochenenden eifrig kontrolliert und auch die Polizei macht hie und da einen Abstecher. In vielen Lokalen ist trotzdem der Eintritt erst ab 18 Jahren erlaubt. Prani Kathir erklärt, dass dies auch dazu beitrage, die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Zwischenfälle zu minimieren. «Wir bieten hier erwachsenen Menschen einen Raum, um gemeinsam Zeit zu verbringen», sagt er.

«Shisha-Rauchen ist ungesund und nicht geeignet für Minderjährige. Erwachsene können selbst entscheiden, was sie machen möchten», erklärt Besir Türk. In der Diamond Lounge Grenchen dürfe man zwar ab 16 Jahren hinein, wie aber Cagla Dogan, Co-Geschäftsleiterin, erklärt, sei die typische Stammkundschaft rund 20 Jahre alt. In die Oltner Shisha-Bar Darwins Club dürfen nur Gäste ab 21 Jahren, sagt Can Agdas, Geschäftsführer.

Alternative zum Club?

Shisha-Bars schiessen wie Pilze aus dem Boden. «Noch vor vier Jahren hatten die vereinzelten Shisha-Bars nur Gäste, die aus ihrem Heimatland das Wasserpfeifenrauchen kannten», sagt Besir Türk. Jetzt sind aber in den Bars viele Besucher aus der ganzen Welt, die einen bunten Multikulti-Mix ausmachen. Gemäss Prani Kathir sei dieser Trend von Deutschland in die Schweiz übergeschwappt, im nördlichen Nachbarland seien die Bars schon früher sehr beliebt gewesen. «Noch vor zehn Jahren war Zigarettenrauchen cool, heute sind es Shishas», so Can Agdas.

In einer Shisha-Lounge könne man gut mehrere Stunden mit den Freunden verweilen, was in einer gewöhnlichen Bar schnell teuer und langweilig werde, unterstreicht Agdas. «Wasserpfeifenrauchen war auch schon ursprünglich ein Gesellschaftsprodukt», man habe für einige Stunden «etwas zu tun» und könne sich dabei miteinander unterhalten, betont Agdas. Für diejenigen, die dem Shisha-Trend folgen wollen und dennoch nicht auf ein Club-Ambiente verzichten möchten, gebe es in Olten eines der grössten Shisha-Lokale der Schweiz: die Mohiba Shisha-Bar in Olten, wie Benno Berger, Eventmanager der Mohiba Shisha-Bar, sagt.

Die Kunden, die in solchen Lounges anzutreffen sind, scheinen eines gemeinsam zu haben: die Lust, den süsslichen Tabak in einer Wasserpfeife zusammen mit Freunden zu rauchen. Für Jugendliche sind Shisha-Bars weniger attraktiv, für «ältere» Personen stellen sie anscheinend eine gemütliche Alternative zum gewöhnlichen Ausgang dar. Wer Party und Shisha möchte, findet auch Lokale, die beides anbieten. So unterschiedlich die Gäste sind, so vielfältig sind die Konzepte der vielen Shisha-Lounges, von westlich-modern über gemütlich-orientalisch bis zu l