Pferdesport

Starker Nachwuchs: Emilie Stampfli ist eine der Sportpreisgewinnerinnen

Emilie Stampfli auf ihrem Turnierpferd Nikita du Luot am diesjährigen CSI Neuendorf.

Emilie Stampfli auf ihrem Turnierpferd Nikita du Luot am diesjährigen CSI Neuendorf.

Die 18-jährige Emilie Stampfli wurde für ihren Schweizer Junioren-Meistertitel 2011 sowie ihre Teilnahme an der Europameisterschaft (15. Rang) mit dem Preis des Solothurner Regierungsrates für aussergewöhnliche sportliche Leistungen geehrt.

Wofür sie die 7000 Franken, mit denen der Preis des Solothurner Regierungsrates für aussergewöhnliche sportliche Leistungen heuer dotiert war, ausgeben will, weiss Emilie Stampfli noch nicht. «Sicher irgendwie fürs Reiten.» Ob indes für Heu, Zaumzeug oder Benzin, um mit dem Transporter an die Turniere in mittlerweile halb Europa zu tuckern, «ist noch offen.»

Verteidigung des Meistertitels als Ziel

Geehrt wurde die 18-jährige Solothurnerin für ihren Schweizer Junioren-Meistertitel 2011 sowie ihre Teilnahme an der Europameisterschaft (15. Rang). Es versteht sich von selbst, dass die Verteidigung des Meistertitels diese Saison – ihrer Letzten als Juniorin – weit oben auf der Ziel-Liste figuriert.

Die Titelkämpfe finden Ende Juni in Schaffhausen statt. Des Weiteren darf es, wenn es nach dem Willen der «Sportklässlerin» an der Kanti Solothurn geht, an der EM im August in Österreich durchaus zwei, drei Galoppsprünge erfolgreicher gehen als letztes Jahr.

Bei ihrem sportlichen Werdegang zur Seite stehen Emilie Stampfli derzeit unter anderem zwei Stuten: Die schnell lernende, mutige und springfreudige 9-jährige Alessa sowie die charakterfeste, bisweilen freilich zickige 11-jährige Nikita du Luot. Mit Letzterer holte sie die Meisterschafts-Goldmedaille.

Gegen die Besten der Welt

Das Jahr 2012 hatte für die talentierte Springreiterin schon mit viel Glamour begonnen. Im Rahmen des CSI Zürich durfte sie in einer der besonders attraktiven Rahmen-Prüfungen antreten; in der Notenstein Challenge, im Rahmen derer sich die besten Nachwuchsleute mit den Top 15 der Welt messen dürfen.

«Das war natürlich ein Höhepunkt. Die Ambiance und die Stimmung waren sehr beeindruckend», erinnert sich die von Heidi Hauri, der Bronzemedaillengewinnerin an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles, trainierte Emilie Stampfli.

Und genau da will die junge Springreiterin auch hin, nachdem sie die Matura bestanden hat. «Ich will Profireiterin werden», sagt sie klipp und klar. Und in dem Fall also, so es denn plangemäss verläuft, Weekend für Weekend in stimmungsvollen Arenen von Tausenden Fans bewundert und beklatscht werden.

Wenn sie weiter so springt und galoppiert wie bis anhin, und sie ihre aktuellen Erfolge einst auch bei den «Grossen» über den Parcours bringt, kann dieser Traum für das hoffnungsvolle Talent durchaus Realität werden.

Wobei es zu berücksichtigen gilt, dass im Reitsport ohne «Kracher», einem Superpferd also, rein gar nichts geht. In einer Seifenkiste kann auch Sebastian Vettel schliesslich nicht Formel-1-Weltmeister werden. Item: Mit dem zweiten Rang am GP im italienischen Follonica und kürzlich Platz drei am Grand Prix auf dem Gelände von Willi Melliger in Neuendorf, läuft es für Emilie Stampfli bislang rund. «Ja, ich bin sehr zufrieden mit dem Saisonverlauf.»

Nationenpreis in Österreich

Dieses Wochenende startet die Solothurnerin im österreichischen Lamprechtshausen. Im Bundesland Salzburg steht auch ein Nationenpreis auf dem Programm. «Da ist aber noch nicht klar, wer für die Schweiz reiten wird», sagt sie. Die helvetische Equipe wird, je nach Resultaten in den Einzelprüfungen, vor Ort gebildet.

Nun, da die Junioren-EM in drei Monaten ebenfalls in unserer Nachbars-Republik stattfindet, können sich Ross und Reiterin schon einmal an den Dialekt des Publikums gewöhnen. Wer weiss – vielleicht fliegen Emilie Stampfli und ihr Pferd dann am Tag x erneut zum Ruhm und Ehre und dem nächsten Sportpreis.

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