Rating-Agentur

Standard & Poors bewertet den Kanton Solothurn mit zweitbester Note

Die Rating-Agentur lobt unter anderem das Finanzmanagement des Kantons.

Die Rating-Agentur lobt unter anderem das Finanzmanagement des Kantons.

Die weltgrösste Rating-Agentur bescheinigt dem Kanton eine sehr hohe Kreditwürdigkeit. Massgebend dafür ist die starke Wirtschaft und eine gute Liquidität. Das Loch in der Pensionskasse und die Verschuldung des Kantons fallen jedoch negativ auf.

Trotz der schlechten Finanzprognosen wird der Kanton Solothurn weiterhin als sehr guter Schuldner betrachtet: Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat das langfristige Kreditrating des Kantons mit der zweitbesten Bewertung «AA+» bestätigt. Auch der Ausblick wird als «stabil» bezeichnet.

Die weltweit grösste Rating-Agentur Standard & Poor's begründet ihre Einschätzung damit, dass der Kanton Solothurn eine im internationalen Vergleich starke Wirtschaft und eine sehr gute Liquidität aufweise. Auch bestünden sehr geringe Eventualverpflichtungen: So habe Solothurn, im Gegensatz zu den meisten anderen Kantonen, keine Kapitalbeteiligung an einer Bank.

Gelobt wird auch das umsichtige und starke Finanz-Management des Kantons. Dieses lasse darauf hoffen, dass die geplanten Massnahmen gegen das strukturelle Defizit auch tatsächlich ergriffen würden. Für S&P ist auch beruhigend, dass im Kanton eine gesetzliche Defizitbremse besteht. Ansonsten hätte sich die Rating-Agentur überlegt, die Kreditwürdigkeit zu senken, heisst es im Rating-Bericht. Denn: Negativ vermerkt werden die steigende Verschuldung des Kantons und das Milliardenloch in der kantonalen Pensionskasse.

Befürchtung nicht bewahrheitet

Auch der Chef des kantonalen Amts für Finanzen, Andreas Bühlmann, hat den kritischen Unterton des S&P-Ratings zur Kenntnis genommen. Trotzdem freut ihn die als sehr gut eingeschätzte Bonität des Kantons, vor allem auch vor dem Hintergrund der schlechten Rechnung 2012 und des düsteren Finanzplans: «Wir hatten gewisse Befürchtungen, dass wir zurückgestuft werden.» Das hätte wohl höhere Zinsen bedeutet, falls der Kanton erneut Fremdkapital benötigt. Ende letztes Jahr hat der Kanton zwei Anleihen aufgenommen: für eine 7-Jährige (100 Mio. Franken) zu 0,375% Zins und eine 15-Jährige (200 Mio. Franken) zu 1,125%. Im Herbst 2013 wird S&P den Kanton Solothurn neu beurteilen. (sff)

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