Ein Workshop mit Rapper Greis, Stand-Up-Paddeln in Sarnen, Klettern am Fels, ein Tagesausflug mit der Gondelbahn nach Melchsee-Frutt, Besuch im neuen Seilpark, ein vergnügliches Spiel-, Sport- und Unterhaltungsprogramm: Von alledem werden die 86 teilnehmenden jungen Menschen noch lange zehren.

Der 17-jährige Brian aus dem Sonderschulzentrum ZKSK Solothurn bringt es auf den Punkt: Es habe ihm in der Lagerwoche einfach alles gefallen. «14 Tage Lagerzeit wären mir noch lieber: Eine Woche Sport und eine Woche Chillen», strahlt er. Christoph Büschi, Mitglied der Lagerleitung und zugleich Präsident des kürzlich gegründeten Vereins «Das Andere Lager», freut sich über diese Begeisterung, die ihn und das 47-köpfige Betreuungsteam für den doch umfangreichen Einsatz belohnt.

«Wir waren in diesem Jahr besonders glücklich über die herzliche Atmosphäre und den respektvollen Umgang miteinander, der nichtbehinderte und behinderte Jugendliche auszeichnete.» Auch wenn es im Vorfeld des Lagers fast so aussah, als hätte keine Regelschulklasse in ihrem engen Arbeitsplan Zeit für das Lager, so habe man mit den vier Klassen und ihren 35 Schülerinnen und Schülern aus dem Oltner Frohheim-Schulhaus das grosse Los gezogen, so Büschi.

Bewährt habe sich diesmal besonders, dass alle Teilnehmenden zuvor zu einem Kennenlern-Nachmittag eingeladen waren. «An diesem Treffen haben sich die jungen Menschen offenbar darin verständigt, wie jeder von ihnen zum Erfolg des Lagers beitragen kann», kennzeichnet er das harmonische Zusammenleben.

Von Greis bis Andy Egli

Der für den Sportbetrieb verantwortliche Dominic Dornbierer hatte mit den entsprechenden Sportleitungen ein vielfältiges Bewegungs- und Sportangebot zusammengestellt, an dem in ihrer Zusammensetzung stets gemischte Gruppen teilnahmen. «Nachdem wir 2016 fast im Dauerregen ertränkt wurden, erlebten wir diesmal Sonne pur», berichtet Büschi von warmen Tagen, aber auch von angenehm nächtlicher Abkühlung im auf 1000 m gelegenen Lagerstandort.

Dass Rapper Greis Zeit für «Das Andere Lager» hatte und mit Beteiligten einen auch pädagogisch wertvollen Workshop veranstaltete, erlebten alle als wahren Hit. «Das war richtig cool», lautete das jugendliche Urteil. Auch die Fussball-Trainingsstunden mit dem Ex-Internationalen Andy Egli wirkten wie Highlights. «Nicht vergessen dürfen wir zudem unser tolles Küchenteam, das uns laufend mit frisch zubereiteten Köstlichkeiten verwöhnte», rühmt der Lagerverantwortliche, der beruflich am ZKSK unterrichtet.

«Fans» zu Besuch

12 Persönlichkeiten, die als treue «Fans» diese Lageridee «Made in Solothurn» seit Jahren unterstützen, kamen am Besuchstag nach Melchtal. Unter ihnen Vereinsehrenpräsident Bruno Huber, der als langjähriger Lagerchef von mehrjährig Teilnehmenden überschwänglich begrüsst wurde. Vom Lagerleben überzeugte sich auch Regierungsrat Remo Ankli, der schon am Dienstag ein vielgestaltiges Bild der Lageraktivitäten gewann.

Der junge Verein «Das Andere Lager», letztjährig ausgezeichnet mit dem Kantonalen Sportverdienstpreis und getragen von grosszügigen Sponsoren, wird nun die Bilanz dieser Sommerwoche ziehen und weiter am Erfolgsrezept arbeiten. Seine Aufgaben will der achtköpfige Vorstand in Pflichtenheften festhalten.