Der gesamte Absatz sei im ersten Halbjahr deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, teilt das Solothurner Unternehmen am Donnerstag mit. «Es konnten lediglich 308'000 statt wie geplant 370'000 Tonnen Bewehrungs- und Profilstahlprodukte ausgeliefert werden.»

Aus zwei Schichten wird eine

Beim exportorientierten Profilstahl erwartet das Unternehmen in den nächsten ein bis zwei Jahren keine Verbesserung. Als Hauptgrund dafür wird die schwierige wirtschaftliche Situation in den umliegenden Ländern und den damit verbundenen Überkapazitäten im Stahlsektor angesehen.

Die Konsequenz: Die Stahl Gerlafingen passt die Produktionskapazitäten der Marktlage an und stellt die Produktion auf der Profilwalzstrasse von zwei auf eine Schicht um. Auch die Logistikorganisation wird um eine Schicht reduziert.

Diese Anpassungen haben Auswirkungen auf das Personal. Insgesamt gehen in Gerlafingen 25 Arbeitsplätze verloren. Derzeit beschäftigt die Stahl Gerlafingen 540 Mitarbeitende und 35 Lernende.

Dabei soll es zu maximal 11 Kündigungen kommen. Vielen Mitarbeitenden wird intern eine andere Stelle angeboten. Derzeit werden Gespräche geführt, um abzuklären, ob die Mitarbeitenden vom Stellenangebot Gebrauch machen wollen, wie Personalchef Daniel Aebli auf Anfrage erläutert. «Unser Ziel ist es, möglichst vielen Betroffenen, intern eine neue Stelle anzubieten.»

Die Umsetzung erfolgt nach den Betriebsferien im Sommer.

Bewehrungsstahl robust

Beim Bewehrungsstahl sieht die derzeitige Situation anders als beim Profilstahl aus. Dort hätten die Auslieferungen nach einem schwachen ersten Quartal kontinuierlich zugenommen, heisst es in der Mitteilung. «Sie widerspiegeln damit die nach wie vor robuste Verfassung der Schweizer Bauwirtschaft.» Die Stahl Gerlafingen geht in diesem Marktsegment von einer stabilen weiteren Entwicklung aus. Die entsprechende Produktionslinie, die Kombiwalzstrasse, ist daher weiterhin voll ausgelastet.

Der Stellenabbau sei kein Vorbote einer gröberen Umstrukturierung, sagt Aebli. «Aus heutiger Sicht ist im laufenden und im kommenden Kahr nicht mit einem weiteren Stellenabbau zu rechnen.» (ldu/fs)