Gewerbeverband

Stabwechsel an der kantonalen KMU-Spitze

Amtsübergabe: Neue Verantwortung für Christian Werner, Blumen für Marianne Meister.

Amtsübergabe: Neue Verantwortung für Christian Werner, Blumen für Marianne Meister.

Christian Werner übernimmt das Gewerbeverbands-Präsidium von Marianne Meister.

Es war ein Wechsel mit Ansage, aber gleichwohl eine bedeutende Zäsur: Nach sechs Jahren an der Spitze des Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbands (kgv) legte Präsidentin Marianne Meister (Messen) das Zepter am Mittwochabend im Stadttheater Olten in die Hände von Christian Werner. Die Delegierten wählten den 35-jährigen Oltner Anwalt, Notar und SVP-Kantonsrat einstimmig an die Spitze des Gewerbeverbands. Dies, nachdem sich im Vorfeld der Präsidentenkür die Fronten insofern geklärt hatten, als sich Werners Herausforderer André Seiler nach dem Votum der Präsidentenkonferenz aus dem Rennen genommen hatte.

Ein Luxusproblem. . .

Präsidentin Meister sprach in Bezug auf die Auswahl von einem «Luxusproblem» – und von einer strategischen Weichenstellung. Auf der einen Seite Vollblut-Unternehmer Seiler, auf der anderen Seite Vollblut-Politiker und Einzelunternehmer Werner. Der Wille der Gewerbegremien, weiterhin direkten Einfluss im Kantonsrat nehmen zu können, überwog am Ende offensichtlich. Wobei Werner das Fraktionspräsidium spätestens bis Ende Jahr abgeben wird. Dies, um möglichen Interessenkonflikten von allem Anfang an aus dem Weg zu gehen. «Wir brauchen einen Gewerbe- und nicht einen Parteipolitiker an der Spitze», sagte die abtretende Präsidentin.

Der frisch gekürte Präsident zeigte sich nach der Wahl beeindruckt über die faire und transparente Art und Weise, wie der «Wahlkampf» geführt worden war. «Es ist mir eine grosse Ehre, das Amt zu übernehmen», sagte Werner, «ich nehme es mit Demut und Respekt an.» Dies auch im Wissen darum, dass auf kantonaler Ebene wichtige politische Entscheide bevorstehen – Stichwort Neuauflage der Steuervorlage.

. . . und zwei Ehrenmitglieder

Eine besondere Ehre wurde schliesslich nicht nur der abtretenden Präsidentin Marianne Meister, sondern auch Paul Meier, dem scheidenden Geschäftsführer und Macher des Magazins der Solothurner Wirtschaft, zuteil. Die beiden langjährigen KMU-Funktionäre wurden für ihr Wirken mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Meister betonte in ihrer Würdigung den Wert der Stimme Meiers in der Politlandschaft und lobte dessen Sensorium für die Probleme der hiesigen Unternehmerschaft ebenso wie die spitze Feder im «Wirtschaftsflash». Die Laudatio für die abtretende Präsidentin hielt Vizepräsident Harry Kocher: «Herzblut, Engagement und Sachkenntnis» – das seien die hervorstechenden Eigenschaften von Marianne Meister als Präsidentin gewesen. Vor allem aber auch deren «Basisnähe», strich Kocher hervor. Und dies in ihrer gewerblichen als auch in ihrer langjährigen politischen Arbeit als Gemeindepräsidentin und FDP-Kantonsrätin.

Neben Meister und Meier gab es weitere prominente Abgänge zu verzeichnen. Ebenfalls demissioniert haben die Gewerbeschwergewichte Harry Kocher (Oensingen) sowie Fabian Aebi (Olten) und Hugo Schumacher (Luterbach). Neu in den Zentralvorstand gewählt wurden Daniel Christ (Klus-Balsthal), Reto Schoch (Biberist) und Deny Sonderegger (Olten). Die übrigen Mitglieder des Zentralvorstands wurden samt und sonders in ihren Ämtern bestätigt.

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Balz Bruder

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