Bombendrohung
Staatsanwaltschaft klagt verärgerte Migros-Kundin wegen Bombendrohungen an

Im Jahr 2011 drohte ein Unbekannter der Migros Ladedorf in Langendorf drei Mal mit einer Bombenexplosion. Nun hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen abgeschlossen und erhebt Anklage gegen die Tatverdächtige, eine 49-jährige Schweizerin.

Marco Zwahlen
Merken
Drucken
Teilen
Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz bei der Bombendrohung im Februar 2011
13 Bilder
Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz bei der Bombendrohung im Februar 2011
Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz bei der Bombendrohung im Februar 2011
Bombenalarm in Shoppi Ladedorf
Grenzwache vor Ort
Polizeihunde kamen zum Einsatz
Gefunden wurde aber nichts
Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz bei der Bombendrohung im Februar 2011
Das Migros wurde weiträumig abgesperrt

Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz bei der Bombendrohung im Februar 2011

Christof Ramser

In den Monaten Januar, Februar und Juni 2011 drohte eine damals unbekannte Täterschaft der Migros Langendorf-Ladedorf drei Mal mit einer Bombenexplosion. Zwei Mal fand man auf einer Toilette im Einkaufscenter Ladedorf in Langendorf eine schriftliche Bombendrohung. Die dritte schriftliche Bombendrohung konnte im Briefzentrum der Post in Härkingen abgefangen werden. Eine Bombe wurde nach jeweiliger Durchsuchung des Einkaufszentrums nicht gefunden (wir berichteten). Der Genossenschaft Migros Aare entstand durch die Evakuation von Kundschaft und Personal, die vorübergehende Schliessung des Einkaufszentrums und die Durchsuchung des Gebäudes nach Sprengstoff ein beträchtlicher finanzieller Schaden.

Wut auf die Migros wegen Hausverbot

Im Zuge der Ermittlungen hatte man laut Staatsanwältin Melanie Wasem relativ schnell eine heisse Spur. Die zum Tatzeitpunkt 47-jährige Frau war nämlich kurz vor ersten Drohung von der Migros mit einem Hausverbot für das «Ladedorf» belegt worden und entsprechend wütend. Rache als Motiv liegt also auf der Hand. Die Gründe des Hausverbots will Wasem zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausführen.

Die Frau muss sich nun wegen «mehrfacher Schreckung der Bevölkerung, Nötigung und arglistiger Vermögensschädigung» verantworten. Sie bestreitet die Taten. Die Drohungen waren aber teilweise handschriftlich verfasst. Ein Schriftvergleich bestätigt laut Wasem den Tatverdacht. Aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens kommt die Anklage zum Schluss, dass keine verminderte Schuldfähigkeit vorliegt. Welches Strafmass beantragt wird, lässt Wasem noch offen. Das maximale Strafmass liegt grundsätzlich bei drei Jahren. Aufgrund der mehrfachen Ausführung der Taten können aber bis zu viereinhalb Jahre ausgesprochen werden.

310000 Franken Schadenersatz

Teuer könnte die 49-Jährige bei einem Schuldspruch die arglistige Vermögensschädigung zu stehen kommen. Die Migros macht insgesamt 310000 Franken Schaden infolge Einnahmenverluste und Auslagen geltend. Der Termin der Hauptverhandlung vor dem Richteramt Solothurn-Lebern steht noch nicht fest.