Amtsgericht Thal-Gäu

Staatsanwalt fordert Verurteilung des Präsidenten der Jenischen

Daniel Huber, Präsident der Jenischen

Daniel Huber, Präsident der Jenischen

Am Montag hat ein Prozess begonnen, in den auch der Präsident der Jenischen, Daniel Huber, verwickelt ist. Er soll einer Frau wissentlich Ware abgekauft haben, die ihrem Ex-Mann gehörte. Auch sie ist angeklagt.

Pierre Häfeli will vor Gericht abrechnen. Als er in der Klinik war, wurde sein halbes Hab und Gut im Wert von angeblich über 600'000 Franken ohne sein Wissen verkauft. Dies ausgerechnet von seiner damaligen Ehefrau, der heute 41-jährigen B.H.

«Das hat einen grossen Wert gehabt und sie hat es für ‹einen Bazen› verkauft, für circa 70'000 Franken. Von diesem Geld hat sie 15'000 Franken ihrem Freund und der Nachbarin gegeben», sagt der von seiner Ehefrau bestohlene Pierre Häfeli gegenüber «TeleM1».

Neben der Ex-Frau von Häfeli standen am Montag auch ihre beiden mutmasslichen Komplizen vor Gericht. Einer davon ist prominent: es ist Daniel Huber, Präsident der Jenischen. Er soll der Ehefrau für über 20'000 Franken Ware abgekauft haben. Dies im Wissen, dass sie Häfeli - der damals in der Klinik war - gehört.

Bernhard Isenring, der Anwalt von Daniel Huber, fordert einen Freispruch und erklärt gegenüber «TeleM1»: «Mein Klient legt höchsten Wert auf die Freistellung, dass er keine Hehlerei begangen hat, wie es ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft. Er hat keine gestohlenen Sachen erworben und hat nie entsprechende Absichten gehabt.»

Für Pierre Häfeli ist der heutige Fall besonders bitter. Er sei nicht nur von seiner Ehefrau bestohlen worden, sondern auch von einem guten Kollegen. Mit dem Präsident der Jenischen sei er regelmässig auf die Jagd gegangen.

Da der Prozess so gross ist, hat das Bezirksgericht Thal-Gäu im Saal vom Obergericht in Solothurn getagt. Die Ex-Frau von Pierre Häfeli hat vor Gericht keine Aussagen gemacht. Ihr Anwalt fordert ebenfalls einen Freispruch. «Es gibt einen Ehevertrag zwischen den Parteien und im Rahmen davon ist das ganze Mobiliar an die Ehefrau überschrieben worden», so der Anwalt Christoph Schönberg zu «TeleM1».

Ein wenig anders sieht das der Staatsanwalt Pascal Flückiger. Er fordert für den Präsidenten von den Jenischen und seine Mitangeklagte eine bedingte Geldstrafe wegen Diebstahl und Hehlerei: «Bei der Hauptbeschuldigten habe ich einen Schuldspruch und eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren bedingt einerseits wegen Diebstahl und andererseits wegen Urkundenfälschung beantragt.»

Das Amtsgericht Thal-Gäu gibt das Urteil in den nächsten Tagen schriftlich bekannt. Bis dann gilt die Unschuldsvermutung.

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