Brandstiftung
St.Ursen-Brandstifter gesteht: «Ich würde das Feuer wohl noch einmal legen»

Andres Zaugg, Brandstifter der Solothurner St. Ursen-Kathedrale, zeigt sich auch nach fünf Jahren Haft uneinsichtig.

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Brandstifter richtet in St. Ursenkathedrale grossen Schaden an
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Der zerstörte Altarbereich
Überreste des Brandanschlags.
Der Tatort: Altarbereich der Kathedrale.
Die Polizei sperrte die Kirche ab.
Ein erster Augenschein am frühen Nachmittag zeigte das Ausmass des Anschlags
Die Feuerwehr fährt auf
Die Kathedrale vor dem Brand. St. Ursenkathedrale Solothurn, Chor

Brandstifter richtet in St. Ursenkathedrale grossen Schaden an

Tele M1

Brandstifter Andres Zaugg verbrachte die letzten fünf Jahre hinter Gittern, jetzt ist er seit drei Monaten wieder auf freiem Fuss. In einem Interview mit der Neuen Oltner Zeitung erzählt der verurteilte Brandstifter, dass er sich missverstanden fühlt und seine Taten nicht bereut.

Der 67-Jährige wohnt jetzt in Olten, nahe des Gefängnisses in dem er einsass, und blickt zurück auf die Brandstiftung: «Wahrscheinlich würde ich das Feuer noch einmal legen. Vielleicht würde ich dann noch deutlicher wirken. Ursprünglich hatte ich ein heftigeres Feuer geplant, habe mich dann aber gemässigt.»

Der Brand, den Zaugg in der St. Ursenkathedrale in Solothurn im Jahr 2011 legte, verursachte einen Schaden in Millionenhöhe.

Der Oltner wollte Aufmerksamkeit erregen, fühlte sich von Staat und Gesetzt missverstanden. Die Brandstiftung war nicht Zauggs erste Aktion, zuvor baute er beispielsweise Bombenattrappen und erschreckte Pendler damit. Ein anderes Mal legte er eine selbst gebaute Konstruktion auf eine Eisenbahnschiene: «Dadurch konnte aber kein Zug entgleisen. Ich kann garantieren: Hätte ich gewollt, dass die Lokomotive entgleisen soll, hätte ich es auch tun können.» Zaugg betont, dass er nie Menschenleben aufs Spiel gesetzt habe und immer vorsichtig vorgegangen sei.

Mehr spektakuläre Aktionen sind von dem Rentner wahrscheinlich nicht zu erwarten, er sei froh, endlich seine ganze Geschichte präsentieren zu können: «In der Gefängnispsychiatrie wurde ich schlecht behandelt, war lange in Isolationshaft. Man hat mich als gemeingefährlichen Psychopathen behandelt.»

Nach seiner Entlassung ist er nun auf die finanzielle Hilfe von Freunden angewiesen: «Es gibt Leute, die es gut finden, dass es jemanden gibt, der mal ein Zeichen gesetzt hat.»