Gleich mehrere Solothurner Justizfälle sorgten 2016 schweizweit für Schlagzeilen. Andres Z. war einer davon. Ende Oktober kam der 67-jährige Oltner frei, der 2011 in der Solothurner St.-Ursen-Kathedrale Feuer gelegt hatte.

Sowohl das Solothurner Obergericht als auch das Bundesgericht hielten eine Verwahrung des rückfallgefährdeten Mannes für nicht zulässig.

Der Versuch der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, Andres Z. per fürsorgerischen Freiheitsentzug wegzusperren, scheiterte ebenfalls an den Richtern. Z. kam frei. Dass er zuvor mit einem Wasserkocher die Zelle anzündete, änderte daran nichts.

Nach wie vor hinter Gittern sitzt Kuno W. Der Querulant biss einem Richter in die Hand, als es zum Verwahrungsprozess um den St.-Ursen-Brandstifter kam. Seither ist der Zugang zum Obergericht besser abgesichert.

Darf die Gesellschaft untherapierbare rückfallgefährdete Täter einfach wegsperren, wenn sie ihre Strafe abgesessen haben? Nochmals standen die Behörden vor dieser Frage. Im Oktober wurde bekannt, dass der Mann, der 2006 in Starrkirch-Wil ein Mädchen missbraucht hatte, – vorerst – freigelassen wird, obwohl er als rückfallgefährdet gilt.

Weit über die Region hinaus sorgte auch der Fall des 12-jährigen Gunzger Knaben Paul für Aufmerksamkeit, der im Juni verschwand. Nach sieben Tagen des Bangens konnte er in Düsseldorf befreit werden. Dorthin hatte ihn ein 35-jähriger Koch gelockt, den Paul im Internet kennen gelernt hatte. Der Koch wurde im Dezember vom Landgericht Düsseldorf wegen schweren sexuellen Missbrauchs verurteilt.