Kanton Solothurn
Sprayer-Hotline kommt nicht in die Gänge

Seit dem 1. Januar existiert im Kanton eine Hotline, bei der sich Hausbesitzer melden können, denen eine Fassade durch Sprayereien verschmiert wurde. Die Hotline brummte im ersten Jahr aber überhaupt nicht.

Merken
Drucken
Teilen
Solche Sprayereien wie hier in Breitenbach vom Mai 2012 sollen rasch beseitigt werden.

Solche Sprayereien wie hier in Breitenbach vom Mai 2012 sollen rasch beseitigt werden.

Kapo SO

Die Fassade wurde in der Nacht von Unbekannten mit Sprüchen bespayt, an der Garage prangt plötzlich ein farbenfrohes Bild. Damit solche Flächen nicht zum beliebten Ort für Sprayer werden, empfiehlt es sich, die illegalen Graffitis und Verunreinigungen sofort von einem Maler entfernen zu lassen. «Ein rasches und vollständiges Entfernen wirkt frustrierend für den Sprayer, und eine gleichzeitige Strafverfolgung führt längerfristig zu einem Rückgang der illegalen Werke», schreibt die Solothurner Gebäudeversicherung, die das «SO-Sprayfrei»-Telefon ins Leben gerufen hatte.

Die Meldestelle wurde zwischenzeitlich in «SO-Sprayclean» umgetauft, weil der ursprüngliche Name einem geschützten Begriff sehr ähnelte.

Günstigere Konditionen

Der Name ist geändert, das Konzept sieht immer noch gleich aus: Für Betroffene, die sich melden, wird innerhalb von 72 Stunden ein Maler organisiert. Die Maler arbeiten zu günstigeren Konditionen. Dies soll die Hausbesitzer motivieren, die illegalen Schmierereien rasch beseitigen zu lassen.

Der Dienst lief im ersten Jahr aber nicht wie gewünscht: Gerade einmal 10 Mal hätten Hausbesitzer die Gratis-Nummer gewählt, sagt Hans Gassler vom Maler- und Gipserunternehmerverband gegenüber dem SRF-Regionaljournal. Wie Gassler ausführt, hätten von diesen Anrufern nicht einmal alle Sprayereien melden wollen. Einige hätten gedacht, dass sie bei der Meldestelle auch Hagelschäden melden könnten.

Im 2013 will die Meldestelle gemäss Gassler eine Werbe-Offensive starten. (ldu)

«SO-Sprayclean»-Telefon 0800 111 700