Blasmusik

«Spielfreude und Selbstsicherheit»: Blasmusiker überzeugen mit Lager-Schlusskonzert

Die A-Formation spielt «Celtic Fire».

Die A-Formation spielt «Celtic Fire».

Das Abschlusskonzert des 16. Brass-Band-Lagers des Solothurner Blasmusikverbandes wird in guter Erinnerung bleiben.

Seit dem Jubiläumsjahr 2002 gibt es das Jugend-Brass-Band-Lager des Solothurner Blasmusikverbandes. Seit 2005 kann es mit zwei Bands besetzt werden. Diesmal scheint man mit dem Ostschweizer Andreas Koller für die A-Band und Innerschweizer Simon Schwizer für die B-Band eine glückliche Gastdirigenten-Paarung gefunden zu haben. Mit sichtlicher Freude führte der jüngere Schwizer seine jüngere Band durch den Eröffnungsteil. Die setzte seine subtile Interpretation beachtlich um. Die wurde am deutlichsten bei «Dakota» von Jacob de Haan hörbar. Spielfreude und erstaunliche Selbstsicherheit waren spürbar. Das gilt nicht nur für Antonia Eggenschwiler auf der Prinzipalposition.

Und es reduziert sich keineswegs auf ihr Cornet-Solo in «Groove On» von Nick Cofield. Die A-Band begann mit einem imposanten Auftritt zu «Celtic Fire» von Darol Barry. Über «The Witch Of The Westerlands» steigerte sie sich zu «Thyellene» vom Belgier Kevin Houben. Da beeindruckte sie mit duftigen, hauchfeinen Passagen. Tradition hat im JBB-Lager am Dienstag der interne Wettbewerb um das Vortragsrecht eines Solos. Gewünscht wird ein getragenes, melodiöses, aber ausdrücklich nicht virtuoses Musikstück.

Als einziger erarbeitete Andreas Kaiser aus Lohn-Ammannsegg vor dem Lager ein Solo. Der Wettbewerb entfiel aber leider. Der Band-Solist war damit gesetzt. Sein wunderschönes «Scarborough Fair» auf dem Cornet spiegelte seine Erfahrung aus verschiedenen Solo-Wettbewerben. Es brachte zudem die Erkenntnis, dass er ohnehin schwer zu schlagen gewesen wäre. Das Cornet ist ein ideales Soloinstrument.

Die Frau mit der Tuba

Die A-Band eliminierte aber ihr Versäumnis mit einer perfekten Begleitung des Solisten. Geschrieben hat sie Goff Richards. Einen festen Platz im JBB-Konzert hat auch ein Solo-Auftritt eines «Profis» aus dem Lagerumfeld. Den gab es mit einer Tuba vielleicht schon, mit einer Frau damit aber sicher noch nie. Auriane Michel präsentierte zur B-Band mit «Capriccio» von Rodney Newton ein getragenes Solo. Gilles Rocha ermöglichte ihr, mit seinem «Fantasia del Tango» zur A-Band auch ihre virtuose Seite aufblitzen zu lassen. Freude bereitete insbesondere die jüngere, die B-Band. Sie wurde als eine der besten bisher wahrgenommen.

Die künftigen A-Bands dürfen auf gute Ablösungen hoffen. Die diesjährige A-Band hat die Erwartungen mehr als erfüllt. Dazu beigetragen hat natürlich auch die Auswahl der gespielten Literatur für beide Bands. Das spricht sowohl für Roger Stöckli – musikalisch verantwortlich in der Lagerleitung – wie für die Dirigenten beider Bands. Beide Bands präsentierten einen idealen Mix aus anspruchsvollen Konzertstücken und Unterhaltung.

Gut spürbar wurde überdies die positive Lagerstimmung. Die äusserte sich nicht nur durch Witz und Ironie in den Ansagen. Die erfolgte bei beiden Bands geschlechtsneutral durch je ein Paar aus ihrer Mitte. Erleichtert über ein gelungenes Konzert durfte Thomas Strähl sein. Der Erfolg war ihm diesmal besonders wichtig. Es war sein letztes als Lagerleiter.

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