Auszeichnung

Später Dank an geheime Solothurner Widerstandskämpfer

Ein Unteroffizier steht 1990 anlässlich einer Presseführung in einer unterirdischen Bunkeranlage bei Gstaad. Der Stützpunkt diente der Geheimorganisation als Waffenlager und Ausbildungsanlage.

Standort der Geheimorganisation

Ein Unteroffizier steht 1990 anlässlich einer Presseführung in einer unterirdischen Bunkeranlage bei Gstaad. Der Stützpunkt diente der Geheimorganisation als Waffenlager und Ausbildungsanlage.

Acht Mitglieder der ehemaligen Geheimorganisation P-26 aus dem Kanton Solothurn erhalten am Freitag in Spiez eine Auszeichnung der Eidgenossenschaft. Der Dank erfolgt so spät, weil Informationen über die P-26 noch bis 2009 streng geheim waren.

Gemeinsam mit ihren Berner Kameraden werden die ehemaligen Mitglieder der geheimen Wiederstandsorganisation P-26 am Freitag nach Jahrzehnten würdig entlassen. Damit wird ein Bundesratsbeschluss aus dem Jahr 2009 umgesetzt. Dieser sieht vor, den Mitgliedern für ihren stillen Dienst zu danken und gleichzeitig die Geheimhaltung aufzuheben.

Die geheime Kaderorganisation P-26 sowie deren Vorgängerorganisation stand während 69 Jahren unter strikter Geheimhaltung. Es gab geheime Bunkeranlagen, Waffendepots und Kontakte zu ausländischen Geheimdiensten. Aufgabe der «Geheimarmee» war es, im Falle einer Besetzung der Schweiz Wiederstand und zu organisieren.

Heftige Kritik

Im im Zuge des Fichenskandals wurde die Existenz der Organisation aufgedeckt und geriet unter heftige Kritik. 1991 wurde sie schliesslich aufgelöst.

Nach Graubünden, Glarus, Schaffhausen und der Innerschweiz werden nun auch die wenigen überlebenden Solothurner und Berner geehrt. Sie erhalten von Militärdirektorin Esther Gassler eine Verdankungsurkunde der Eidgenossenschaft. Die acht ehemaligen Solothurner Mitglieder möchten ihre Identität auch heute nicht der Öffentlichkeit bekanntgeben. (cze)

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