Wahlen 2017
SP und Grüne schnüren kein Päckli für die Regierungswahl

Die linken Parteien portieren vorerst nur ihre eigenen Kandidatinnen für die Regierungsratswahlen vom März 2017.

Sven Altermatt
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Brigit Wyss und Susanne Schaffner weibelten Seite an Seite für eine öffentlichte Krankenkasse. Im Wahlkampf wird nicht zusammengespannt. (Archiv)

Brigit Wyss und Susanne Schaffner weibelten Seite an Seite für eine öffentlichte Krankenkasse. Im Wahlkampf wird nicht zusammengespannt. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Noch ist es ruhig. Aber nach den Festtagen dürfte der Solothurner Regierungswahlkampf so richtig losgehen. Eine der Fragen, die dann ins Zentrum rücken: Wie leicht wird es der SP im März fallen, ihren Sitz im Regierungsrat zu verteidigen? Immerhin entschieden die Sozialdemokraten bereits im August, mit lediglich einer offiziellen Kandidatur anzutreten. Die Oltner Kantonsrätin Susanne Schaffner soll den Sitz des abtretenden Regierungsrats Peter Gomm verteidigen.

Doch im November erhielt Schaffner namhafte Konkurrenz aus dem linken Lager: Die Solothurner Ex-Nationalrätin Brigit Wyss soll als erste Grüne einen Sitz in der Solothurner Exekutive erobern.

Jetzt ist klar: Zumindest im ersten Wahlgang werden die beiden Parteien alles auf eine Karte setzen – und nur ihre eigenen Kandidatinnen für den Regierungsrat unterstützen. Die SP und die Grünen wollen kein linkes Päckli schnüren, um Schaffner und Wyss gemeinsam zu portieren. «Jede Partei fährt ihren Zug», sagt SP-Präsidentin Franziska Roth. Damit bestätigt sie einen entsprechenden Beschluss der Parteileitung. Man müsse schlicht die Kräfte bündeln, um den Sitz in der Regierung mit einer neuen Kandidatin zu verteidigen.

Trotzdem will Roth dies nicht als Misstrauen gegenüber den Grünen verstanden wissen. Im Gegenteil, ist sie überzeugt: «Nur weil wir unseren eigenen Zug fahren, heisst das noch lange nicht, dass wir dem Zug der Grünen nicht begegnen. Und viele Weichen stellen wir ohnehin zusammen.»

Ähnlich tönt es bei Felix Wettstein. Der Kantonalpräsident der Grünen verweist auf die Unabhängigkeit seiner Partei, auch wenn man mit der SP stets eine enge Zusammenarbeit pflege. «Unser Parteivorstand favorisiert eine eigenständige grüne Kandidatur», sagt er. Der Parteichef glaubt, dass es gelingen könnte, einen zweiten Regierungssitz ins linke Lager zu holen. Die Grünen schielen dabei vor allem auf den Sitz, der nach dem Rücktritt von FDP-Frau Esther Gassler frei wird.

Keine grüne Liste in Thal-Gäu

Bei den Kantonsratswahlen spannen die SP und die Grünen in gewohnter Manier zusammen. In mehreren Amteien sind die beiden bereits Listenverbindungen eingegangen, die restlichen dürften folgen. In der Amtei Thal-Gäu werden die beiden Parteien sogar mit einer gemeinsamen Liste antreten.

Allerdings wird nur einer der 13 möglichen Listenplätze von den Grünen belegt. Nachdem bei den vergangenen Wahlen immerhin noch drei Kandidaten angetreten waren, ist es der Partei diesmal nicht mehr gelungen, eine eigene Liste aufzustellen.
Die Grünen können in der Region nur auf wenige Mitglieder zählen, in der Gemeindepolitik haben sie sich kaum etabliert. Auch Präsident Wettstein weiss: «Das Thal und das Gäu sind für uns harte Pflaster.»