Wahlkampf

SP-Nationalrat sorgt mit wildem Plakatieren für rote Köpfe

Dieses Plakat sorgte für rote Köpfe.

Dieses Plakat sorgte für rote Köpfe.

Schon jetzt sind im Kanton Solothurn Wahlplakate von Philipp Hadorn aufgehängt. Ab September gilt eine neue Regelung für Wildplakatieren - der SP-Nationalrat nutzt diesen Monat noch für seinen Wahlkampf. Das sorgt für Empörung.

SP-Nationalrat Philipp Hadorn will ganz offenbar nicht länger warten. Am Sonntag hat sein Wahlkampfteam damit begonnen, an ausgewählten Stellen im ganzen Kanton Wahlplakate aufzuhängen. Am Dienstag sollen die letzten platziert werden.

Luca Strebel (CVP) ist über das aufgehängte Plakat von Philipp Hadorn (SP) gar nicht erfreut.

Luca Strebel (CVP) ist über das aufgehängte Plakat von Philipp Hadorn (SP) gar nicht erfreut.

Seine Aktion löst nicht überall Freude aus, im Gegenteil: Auf Facebook spielt CVP-Jungpolitiker Luca Strebel auf die «Abmachung» an, dass im Kanton Solothurn mit dem wilden Plakatieren erst sechs Wochen vor dem Wahlsonntag begonnen werden soll. Diese «Abmachung» ist in Wirklichkeit eine Verordnung der Regierung, die nach Ablauf der Veto-Frist am 1. September in Kraft tritt – und bereits für die bevorstehenden Wahlen massgebend ist. Eine Verordnung wohlgemerkt, die gerade auch auf ausdrücklichen Wunsch der SP zustande gekommen ist. 

«Mit dieser Verordnung wird das wilde Plakatieren in den Dörfern geregelt», betont SP-Parteisekretär Niklaus Wepfer gegenüber dieser Zeitung. Und: «Auf diese Weise können wir verhindern, dass immer mehr Gemeinden das Aufhängen von Wahlplakaten verbieten.» Wie bereits auf Facebook angekündigt, hat Wepfer gestern mit Philipp Hadorn in dieser Angelegenheit Kontakt aufgenommen. Über den Inhalt des Gesprächs hüllte er sich in Schweigen. Nur so viel: «Wir halten alle unsere Kandidierenden zur Zurückhaltung an.» Illegal sei das Vorgehen seines Parteilkollegen allerdings nicht: Noch bis Ende August gilt die alte Regelung, die eigentlich keine ist. Unter der Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen können die Kandidaten ihre Plakate aufhängen, wo sie wollen. Es sei denn, eine Gemeinde erlässt ein Verbot.

Philipp Hadorn selber versteht seine aktuelle Aktion mit Blick auf die neue Regelung denn auch ausdrücklich als «Vorkampagne». Die Plakate sollen bis Ende August hängen. «Ich möchte die Wählerinnen und Wähler damit auffordern, mit mir als bisherigem Nationalrat persönlich in Kontakt zu treten.» Zu diesem Zweck gibt er auch seine Kontaktdaten bekannt. Am 6. September startet dann die Hauptkampagne. (esf)

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