Die SP Kanton Solothurn lehnt die kantonale Volksinitiative «Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21» ab. Das Begehren behindere die Weiterentwicklung der Schule zu einer modernen, fortschrittlichen Volksschule formell. «Die Umgestaltung der Schule, die sich nach den Anforderungen der Gesellschaft richtet, hat schon längst begonnen und wird mit dem Lehrplan 21 nur noch festgehalten», heisst es in einer Stellungnahme der Partei.

«Mit dieser Initiative schadet man der Schule, aber insbesondere den Schulkindern, die auf ein Leben in der heutigen Gesellschaft vorbereitet werden sollen.» Die Initiative führe in die bildungspolitische Isolation und macht den Kanton Solothurn für Familien und Unternehmen unattraktiv. Zudem werden erhebliche Mehrkosten verursacht.

Zentraler Harmonisierungsschritt

Die SP ruft in Erinnerung, dass die Schweizer Stimmbürger 2006 dem Bildungsartikel der Bundesverfassung mit dem Ziel der Harmonisierung der Volksschule mit aussergewöhnlich grossem Mehr zugestimmt hätten. «Wir erachten einen gemeinsamen Deutschschweizer Lehrplan als gewichtigen Baustein für das Bestreben, das Schweizer Schulsystem zu harmonisieren. Darum unterstützen wir grundsätzlich die Einführung des Lehrplans 21.»

Dieses Ziel werde als übergeordnet verstanden, weil in einer Zeit der mobilen und globalen Gesellschaft kantonseigene Bildungspläne der Praxis nicht dienen und die Schule in ihrer Entwicklung hindern würden. Auch die Kompetenzorientierung wird begrüsst, weil damit das Wissen mit dem Handeln verknüpft werden könne und somit für die Lernenden begreifbar und verstanden werde.

Der Lehrplan 21 enthalte wie bisher Inhalte, Wissen und Fertigkeiten; das Wissen und die fachliche Bildung bleiben zentral, hält die SP fest. Der Schule werde eine zentrale Rolle bei der Unterrichtorganisation, der Wissensbildung und der Begleitung des Lernens zugeordnet. Wie bisher obliege es den Lehrpersonen, mit ihrer Professionalität einzuschätzen, wann und mit welchen Mitteln sie Leistungen der Schülerinnen und Schüler beurteilten.

Die Berufsbildung arbeite bereits seit Jahren kompetenzorientiert und auch in den Schulen sei man mit der Verknüpfung von Wissen und Lernzielorientierung schon lange auf dem Weg dazu. «Da der heute noch gültige Lehrplan aus dem Jahr 1992 ohnehin überarbeitet werden muss, sind die Synergien – auch die finanziellen – mit dem Lehrplan 21 zu nutzen», fordert die SP. (mgt)