Solothurn

SP feiert Jubiläum mit prominentem Besuch

Die Solothurner SP feierte am Samstag in der Solothurner Reithalle ihr 125-Jahr-Jubiläum. Zwei Freiburger übernahmen das Reden: Bundesrat Alain Berset und Ständerat Christian Levrat.

Rote Rosen standen zum Bouquet gebunden auf der Bühne, rot waren die Servietten und auch in den Reden fehlte der rote Kolorit nicht, als die Solothurner SP am Samstagabend in der Reithalle ihr 125-Jahr-Jubiläum feierte. «Wir müssen die Schamröte in die Gesichter derer steigen lassen, die meinen, sie seien wertvoller als andere», sagte SP-Kantonalpräsidentin Franziska Roth. «Wir müssen die rote Karte zeigen, wenn Meinungen immer mehr mit Geld erkauft werden.»

Rund 250 Genossinnen und Genossen feierten ihr Jubiläum, das nicht nur die Solothurner SP-Prominenz – von Kantonsräten über die nationalen Mandatsträger bis zu den Oberrichtern – gut besuchten. Es gratulierten auch fast alle Präsidenten der anderen Parteien, ebenso Kantonsratspräsident Ernst Zingg und FDP-Regierungsrat Remo Ankli. Die Anwesenheit der Künstler Schang Hutter und Urs Jaeggi erinnerte an intellektuell glanzvolle Zeiten, als Peter Bichsel für den Solothurner SP-Bundesrat Willi Ritschard Reden schrieb.

«Es gibt kein Asylchaos»

Zwei Freiburger prägten jedoch das 125-Jahr-Jubiläum der Solothurner SP: Bundesrat Alain Berset und Ständerat Christian Levrat. Sieben Wochen vor den Wahlen hielt der Präsident der SP Schweiz eine kämpferische Rede. «Wir haben die wichtigsten Wahlen vor uns. Zwei Visionen der Schweiz treffen aufeinander.» Der 18. Oktober entscheide, ob die Schweiz eine abgeschottete oder eine menschliche Politik verfolge. Nicht zuletzt werde über die Renten, die Energiewende und den Sitz von Eveline Widmer-Schlumpf entschieden. Levrat wehrte sich nicht nur für die Bilateralen, sondern auch gegen ein angebliches «Asylchaos». Trotz klarer Worte dürfe «auf rechte Hetze keine linke Hysterie folgen.» Die Solothurner SP sah Levrat besonders in der Verantwortung. Hier werde mitentschieden, ob Mitte-Rechts eine Mehrheit erhalte. Besonders wichtig sei deshalb, dass die SP ihre zwei Sitze verteidigen könne.

Für seine Rentenreform warb Bundesrat Alain Berset. Die Stabilität der Schweiz sei nicht gratis zu haben, sondern beruhe auf sozialer Gerechtigkeit. Berset mahnte, Solidarität dürfe nicht als Umverteilung diskreditiert werden.

Prominente Köpfe

Schmeichelnd erklärte der Kulturminister Solothurn zur «heimlichen Kulturhauptstadt der Schweiz». Mit den Film- und den Literaturtagen leiste Solothurn der kollektiven Selbstentdeckung Vorschub - in Zeiten, «in der Fakten gegen Fiktionen einen schweren Stand haben.» Sowohl Berset als auch Levrat kamen nicht nur auf die beiden Solothurner SP-Bundesräte Willi Ritschard und Otto Stich zu sprechen, sondern mehrmals auch auf den 2009 verstorbenen Solothurner SP-Ständerat Ernst «Aschi» Leuenberger, der beiden den Start in Bern vereinfacht habe.

Ein Geschenk erhielt die SP auch von den anderen Solothurner Parteien. Nur dank deren «Kitzeln» sei die SP trotz 125 Jahren noch so jung, hielt Grünen-Co-Präsident Felix Wettstein fest.

Meistgesehen

Artboard 1