Solothurner Kantonsrat
SP blitzt ab — Primarlehrer müssen nicht länger zur Schule

Die Mehrheit des Solothurner Kantonsrats findet: Studenten lernen in drei Jahren genug, um danach selbst zu unterrichten. Nur die SP ist für den Master-Lehrgang.

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Die SVP ist für einen Master-Lehrgang für Primarlehrer. (Symbolbild)

Die SVP ist für einen Master-Lehrgang für Primarlehrer. (Symbolbild)

Keystone

Drei Jahre. So lange dauert die Ausbildung zum Lehrer an der pädagogischen Hochschule. Das reicht nicht, sagt der Dachverband der Schweizer Lehrpersonen. Die Solothurner FDP wollte vom Regierungsrat wissen, ob er das auch so sieht. Tut er nicht. Am Dienstag diskutierte der Kantonsrat über die Ausbildung zum Primarlehrer. Wobei einzig die SP nicht mit dem Regierungsrat einverstanden war, wie Fraktionssprecher Matthias Stricker (Bettlach) – selbst Primarlehrer – ausführte.

Die Anforderungen an Lehrpersonen seien hoch: Es gebe neue Fächer wie Informatik und Medienbildung und neue Themen wie Cyber-Mobbing. All dies könne man nicht in einen Bachelor packen: So müssen Lehrer in Ausbildung zwischen Englisch und Französisch auswählen und entweder Sport, Musik oder Gestalten abwählen. Trotz dieser «mangelhaften» Ausbildung würden Lehrer eingestellt.

«Es braucht eine seriöse Ausbildung», forderte der SP-Kantonsrat. Dadurch würden weniger Junge an die pädagogische Hochschule, die nur eine möglichst kurze Ausbildung machen wollen und danach wieder aufhören. Und: Die anspruchsvollere Ausbildung könne auch mehr Männer in den Beruf locken.

Keine «Akademisierung»

Für die anderen Parteien war genau das Gegenteil der Fall: Eine längere Ausbildung würde eher abschrecken, so Karin Büttler-Spielmann (FDP, Laupersdorf). Auch weil Lehrer mit Master mehr Lohn verlangten, würde die Ausbildung so teurer. Die FDP-Kantonsrätin forderte stattdessen eine gestärkte Weiterbildung. CVP und SVP schlossen sich dieser Meinung an. Der Master töne gut und sei «in», sagte etwa Roberto Conti (SVP, Bettlach). Mit einer «Akademisierung» des Berufs löse man die Probleme aber nicht.

«Es muss nicht der Master sein», sagte auch der Oltner Felix Wettstein (Grüne). Praktika an der pädagogischen Hochschule bereiteten besser auf den Beruf vor. Mit der «Generalistenausbildung» zum Primarlehrer solle man heutzutage zudem nicht nur «Allrounder» ausbilden wollen, sondern spezialisierte Lehrkräfte, die nicht jedes Fach beherrschen und Teilzeit arbeiten. (NKA)