Solothurner Sozialstern
«Sozialstern» geht an Hägendörfer Unternehmen Dormet AG

Hägendörfer Unternehmen Dormet AG erhielt den Preis für sein Engagement für psychisch beeinträchtigte Menschen. Damit ging die 1960 in der Hägendörfer Industrie gegründete Firma als Siegerin von vier nominierten Unternehmen hervor.

Karin Schmid
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Stefan Schrämli (l.) erhält von Landammann Peter Gomm den Preis.

Stefan Schrämli (l.) erhält von Landammann Peter Gomm den Preis.

Hansjörg Sahli

Das Gesundheitsamt des Kantons Solothurn, Pro Infirmis Kanton Solothurn, die Solodaris-Stiftung und die Psychiatrischen Dienste der Solothurner Spitäler AG haben vom 22.Oktober bis zum 6.November zum vierten Mal die «Aktionstage psychische Gesundheit» organisiert.

Damit verbunden ist jeweils eine Preisvergabe an ein im Kanton ansässiges Unternehmen, welches sich engagiert für den Erhalt und die Schaffung von Arbeits- oder Ausbildungsplätzen für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung. Dieser «Solothurner Sozialstern» ging an der gestrigen Abschlussveranstaltung im Landhaus zu Solothurn an die Dormet Dörfliger Metallwaren AG mit Sitz in Hägendorf.

«Ganz normal eingesetzt»

Damit ging die 1960 in der Hägendörfer Industrie gegründete Firma als Siegerin von vier nominierten Unternehmen hervor. Er habe seine Dormet AG eher zufällig für den «Sozialstern» angemeldet, sagt Dormet-Inhaber und Geschäftsführer Stefan Schrämli. «Ich kannte die Aktionstage. Der Preis ist eine schöne Anerkennung für eine Arbeit, die sonst nicht so populär ist», hält er fest. «Ich bekomme sonst nichts dafür, dass ich zu unseren Mitarbeitenden schaue.»

Von den aktuell 25 Mitarbeitenden verfügen zwei über psychische und einer über körperliche Beeinträchtigungen. «Das sind zehn Prozent der Belegschaft.» Die drei Männer werden in der Stanzerei und der Schweisserei eingesetzt, «und zwar ganz normal, wie alle anderen auch», erklärt Schrämli. «Wir haben sie von einer Vorgesetztenfunktion entlastet und versuchen, den Allgemeindruck für sie im Rahmen des Möglichen zu reduzieren.» Das gehe natürlich nicht in allen Bereichen, denn die Firma sei trotz allem darauf angewiesen, einen Gewinn zu erwirtschaften.

Zusammen mit IV und Arzt

Das Engagement der Firma sei «aus der Historie gewachsen. Ich habe die beiden psychisch handicapierten Mitarbeiter von meinem Vorgänger übernommen. Als ich die Firma 2008 übernahm, waren sie bereits seit acht beziehungsweise sogar seit über 20 Jahren hier tätig.» Nach mehrmals aufgetretenem Burnout-Syndrom habe man den letzteren Mitarbeiter vom Vorarbeiter zum Arbeiter zurückgestuft und sein Pensum reduziert.

Dabei arbeitet die Dormet AG eng mit der Solothurner IV, begleitendem Coaching und dem behandelnden Arzt zusammen. Die Bereitschaft, mit beeinträchtigtem Personal zu arbeiten, sei zwar sehr gross, so der Firmeninhaber.

«Aber je besser die Parteien zusammenarbeiten, desto reibungsloser kann eine Lösung gefunden werden. Wenn beispielsweise der Arzt nicht mitmacht, haben wir keine Chance.» Den körperlich handicapierten Mitarbeiter hat der Geschäftsführer «bewusst eingestellt, weil ich wusste, dass ich ihm die Einschränkungen, die er braucht, bieten kann».

Die Arbeit mit physisch beeinträchtigtem Personal war ihm schon vorher nicht unbekannt: «Wir arbeiten mit dem Borna-Blindenheim (früher in Boningen, nun in Rothrist beheimatet) und dem AZB Strengelbach (Arbeitszentrum für Behinderte) zusammen.» Als Besitzer einer so kleinen Firma wie Dormet sei er eher bereit, auf beeinträchtigte Menschen Rücksicht zu nehmen und diese moralische Verantwortung wahrzunehmen, als es in einem grösseren Unternehmen der Fall wäre.

Die Dormet Dörfliger Metallwaren AG geschäftet mit internationalen Firmen. «Sie schätzen es, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der eine Ethik verfolgt. Als privates Unternehmen müssen wir zwar eine Rendite erarbeiten, doch dass wir Mitarbeiter wo immer möglich unterstützen, ist klar. »

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