Ehrung
Sozialpreis 2017 geht an die Gastfamilien vom Startpunkt Wallierhof

Die Gastfamilien vom Startpunkt Wallierhof geben Jugendlichen, die aufgrund von sozialen oder schulischen Problemen keinen direkten Einstieg ins Berufsleben finden, eine Chance. Für diesen Einsatz werden sie mit dem Sozialpreis 2017 geehrt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Im Konzertsaal Solothurn stellten sich alle Nominierten und die Sieger des Sozialpreises 2017 zum gemeinsamen Foto. Hansjörg Sahli

Im Konzertsaal Solothurn stellten sich alle Nominierten und die Sieger des Sozialpreises 2017 zum gemeinsamen Foto. Hansjörg Sahli

Hansjörg Sahli

Zum elften Mal wurde am Donnerstagabend im Konzertsaal Solothurn der Sozialpreis des Kantons verliehen. «Alles neu: Der Ort, die Veranstaltung, die Regierungsrätin», sagte Susanne Schaffner bei der Begrüssung. Der Konzertsaal war gut gefüllt; die Anspannung der Zuschauer gross. Um diese Stimmung etwas aufzulockern, wurde die Improvisations-Theatergruppe «ImproVision» eingeladen, das Publikum zwischen den Ansprachen zu erheitern. Dies gelang ausserordentlich gut.

Doch nun zum eigentlichen Anlass des Abends. Hans Peter Berger, Langendorf, stellte als Jurypräsident seine Kollegen vor. Es sind dies: Marcel Châtelin, Grenchen; Marc Friedli, Solothurn; Agnès Fritze, Olten; Christian Hunziker, Oensingen; Iris Schelbert, Olten; Karin Stoop, Solothurn, und Ernst Zingg, Olten. Bis Ende Februar seien 22 Bewerbungen für den diesjährigen Sozialpreis eingegangen, so Berger. «Acht Bewerber sind zu einem einstündigen Hearing eingeladen worden, und aus diesen wurden fünf Projekte und Institutionen nominiert.» Sie sind seit August bekannt.

Das Siegerprojekt

Um es gleich vorwegzunehmen: Gewonnen haben die Gastfamilien des «Startpunkt Wallierhof». In diesem Projekt nehmen Gastfamilien Jugendliche in den Kreis ihrer Familie auf. Sie geben ihnen erzieherische Inputs und unterstützen die Jugendlichen bei der Arbeit in der Land- und Hauswirtschaft. Die Jugendlichen werden so in ihrer Persönlichkeit gestärkt und erhalten Selbstvertrauen sowie die Möglichkeit, unbekannte Talente zu entdecken.

Laudatorin Agnès Fritze meinte, bisher seien 50 Familien an diesem Projekt beteiligt gewesen. «Sie alle haben seit Bestehen des Angebots rund 300 Jugendliche betreut.» Diese Familien seien das Herzstück des Projekts, und deshalb gebühre ihnen auch der diesjährige Sozialpreis. «Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft.» Das Preisgeld beträgt 20'000 Franken.

Den vier verbliebenen Nominierten wurde ein Anerkennungspreis der Solothurner Regierung überreicht. Die vier sind: Die Ernst Nachbur AG aus Holderbank. Sie wurde wegen ihres Engagements zur beruflichen Förderung und Integration von Menschen mit einem erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt nominiert, wie Laudator Christian Hunziker ausführte. «Wir suchen nicht Probleme, sondern Lösungen», zitierte er einen Grundsatz der Firmenleitung.

Marc Friedli stellte einen weiteren Nominierten, den «2-Stunden-Lauf Olten», vor. Dieser Initiative, die morgen ihre 30. Austragung erlebt, wird für ihren langjährigen sportlichen Einsatz zugunsten benachteiligter Menschen mittels Finanzierung lokaler und internationaler Projekte Anerkennung ausgesprochen. Bereits 1,3 Mio. Franken seien bisher an diesem Oltner Volksfest zusammengekommen.

Marcel Chatelin begründete die Nomination des «Chor der Nationen Solothurn». Dieser Verein wurde für seinen langjährigen Beitrag zur Förderung der sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Integration von Migrantinnen und Migranten vorgeschlagen. «Z’Morge für Randständige» der evangelisch-methodistischen Kirche wurde von Iris Schelbert vorgestellt. «Dieses stille und unaufgeregte Projekt wurde für das langjährige und uneigennützige Engagement zugunsten von Menschen am Rande der Gesellschaft nominiert.» Seit mehr als zehn Jahren, von Montag bis Samstag, bietet diese Gruppe ein Z’Morge für Menschen in schwierigem Lebensumfeld.