Sozialbericht 2013
Sozialbericht zeigt: Armut hat sich im Kanton vergrössert

Der Sozialbericht 2013 liegt vor. Kernelement des Berichtes ist die Beschreibung der sozialen Lage der Bevölkerung im Kanton Solothurn. Zudem werden Herausforderungen aufgezeigt.

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Die Armut habe sich im Kanton Solothurn in den letzten 8-10 Jahren vergrössert. (Archiv)

Die Armut habe sich im Kanton Solothurn in den letzten 8-10 Jahren vergrössert. (Archiv)

Keystone

«Der Sozialbericht 2013 zeigt die erfreuliche Tatsache auf, dass es im Kanton Solothurn gelungen ist, rechtzeitig viele Antworten auf den wirtschaftlichen und demographischen Wandel zu finden», so Sozialdirektor Peter Gomm im Vorwort zum Bericht.

Dieser basiert auf den zentralen Handlungsfelder der Sozialpolitik und dokumentiert die Entwicklungen und Veränderungen in den vergangenen acht bis zehn Jahren (Erhebungen im Sozialbericht 2005). Gleichzeitig werden die damit zusammenhängenden zukünftigen Herausforderungen aufgezeigt.

Sozialbericht

Den Kern des Sozialberichts machen zehn Problem- und Lebenslagen aus: «Jugend», «Asyl», «Integration und Migration», «Arbeitslosigkeit», «Armut», «Sucht», «Behinderung», «Gewalt und Kriminalität», «Pflege» sowie «Alter».

Als Statusbericht zur sozialen Lage im Kanton Solothurn war der Sozialbericht 2005 nicht nur Nachschlagewerk über die vielfältigen Lebens- und Problemlagen in unserer Gesellschaft sondern legte den Grundstein dazu, die Steuerung staatlicher Leistungen zu ermöglichen. (mgt)

Der thematische Schwerpunkt des Sozialberichts 2013 bildet die «Familie» mit Fokus auf deren wirtschaftliche Situation.

Situation der schwachen Familien verbessert

Aus dem Bericht wird zum einen ersichtlich, dass im Rahmen der Familienförderung die wirtschaftliche Situation in finanziell schwachen Familien verbessert werden konnte.

Ausserdem wurde das Platzangebot in Kindertagesstätten ansehnlich gesteigert.

Weniger Jugendliche Kriminelle

Ebenfalls positiv präsentiert sich die Situation bei der Kriminalitätsbekämpfung. Sowohl die präventiven als auch interventionistischen Massnahmen führten zu einer rückläufigen Jugendkriminalität.

Die Arbeitslosigkeit sei erfreulich tief, heisst es weiter. Herausragend sei, dass in den letzten Jahren vor allem auch die Jugendarbeitslosigkeit markant gesunken sei. Diese Tatsache wird als Beweis dafür angesehen, dass die eingeleiteten Massnahmen von Anschlusslösungen bis hin zum Case Management Berufsbildung greifen.

Problematische Entwicklung

«Ein grosser und ernstzunehmender Wermutstropfen ist jedoch die gegenläufige Entwicklung im Bereich von Armut und Armutsgefährdung», so Gomm. Die Armut habe sich im Kanton Solothurn in den letzten 8-10 Jahren vergrössert. Auch habe sich die Armutsgefährdung erhöht.

Als Problematisch werden auch die steigenden Kosten für die Leistungen der sozialen Sicherheit angesehen.

Bei der Präsentation des Sozialberichts: Ursula Brunschwyler (Stv. Chefin Amt für Soziales), ASO-Chef Marcel Chatelain, Regierungsrat Peter Gomm und Edgar Baumgartner von der FHNW.

Bei der Präsentation des Sozialberichts: Ursula Brunschwyler (Stv. Chefin Amt für Soziales), ASO-Chef Marcel Chatelain, Regierungsrat Peter Gomm und Edgar Baumgartner von der FHNW.

Hansjörg Sahli

Verbesserter Bildungsstand

Gesteigert hat sich auch der Bildungsstand der Wohnbevölkerung gegenüber 2000. So ist der Anteil mit einer Ausbildung nach der obligatorischen Schulzeit bei den Personen ab 25 Jahren von 61 Prozent im Jahr 2000 auf 72 Prozent im Jahr 2010 angestiegen. Bezogen auf die Wohnbevölkerung im Kanton Solothurn ab 25 Jahren weisen im Jahr 2010 26 Prozent einen Abschluss auf Sekundarstufe I auf, welche die obligatorische Schule (8 oder 9 Jahre), das zehnte Schuljahr, Vorlehren oder Brückenangebote umfasst.

52 Prozent verfügen über einen Abschluss auf Sekundarstufe II (z.B. Berufslehren, Anlehren, Gymnasien und Berufs- oder Fachmaturitätsschulen). Jeder und jede fünfte hat einen Abschluss auf Tertiärstufe. Diese beinhaltet z.B. diehöhere Fach- und Berufsausbildung mit eidg. Fachausweis, die höheren Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten.

Ebenfalls untersucht wurde für den Sozialbericht unter anderem die Wohnungssituation der Bevölkerung, das Einkommen und Vermögen.

Herausforderungen

Die Daten des Sozialberichtes 2013 führen zusammenfassend zu zukünftigen Herausforderungen:

• Das sozialpolitische Handeln soll verstärkt auf die Prävention ausgerichtet werden. Damit ist auch die Frühförderung und Früherkennung gemeint, um die Chancengerechtigkeit von und unter Kindern zu erhöhen.

• Die Stärkung der Familie soll ein wesentliches Element sein. Beruf und Familie zu vereinbaren, soll ermöglicht werden.

• Zudem soll eine vertiefte Strategie zur Armutsbekämpfung erarbeitet werden.

• Viertens seien die eingeleiteten Massnahmen zur Bewältigung des wirtschaftlichen und demographischen Wandels fortzuführen. So gehe es darum, die veränderte Integrationskraft des Arbeitsmarktes - Stichwort ausgesteuerte Personen - aufzufangen, die Integrationsarbeit mit der ausländischen Bevölkerung fortzusetzen und den Langzeitpflegebedarf zu bewältigen.

• Eine Herausforderung wird auch darin gesehen, die Entwicklung der sozialen Kosten zu dämpfen.

Mehr Infos und eine Kurzfassung des Sozialberichts finden Sie hier: www.sozialbericht-so.ch