Umweltschutz
Sorge um die Schöpfung: Bischof Gmür spricht im Video zu Klima

Die bevorstehende UNO-Klimakonferenz bewegt: Auch Felix Gmür, Bischof des Bistums Basel, will etwas für die Umwelt tun. Er wirkt im Video «Denn ich liebe» der Klima-Allianz mit.

Vera Havrda
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Zum Start der UNO-Klimakonferenz in Paris geht die Bevölkerung auf die Strasse, um ein Zeichen zu setzen. Zürich, Bern, St. Gallen, Genf und Lugano sind am 28./29. November Teil der möglicherweise grössten weltweiten Umwelt-Demo aller Zeiten. In der Schweiz unterstützen Prominente aus Kultur, Sport, Kirche und Wirtschaft diese Aktion und zwar mithilfe einer Videobotschaft.

Auch die Kirche macht mit. In der Zusammenarbeit mit der Klima-Allianz will der Basler Bischof Felix Gmür dem Klimawandel entgegenwirken. Auch Gmür wirkt im Video der Klima-Allianz «Denn ich liebe» mit: «Ich liebe die kleinen Wunder der Schöpfung», sagt Gmür.

Das Video wirbt für Umwelt-Aktionen in mehreren Schweizer Städten, welche auf die Klimakonferenz aufmerksam machen sollen. Vor der Kamera steht nicht nur Bischof Felix Gmür, sondern auch Sängerin Stefanie Heinzmann oder auch Profiboxer Arnold The Cobra. Diese Videonachricht soll den Menschen zeigen, wie viel Liebenswertes es auf unserer Erde gibt und dass dies durch den Klimawandel bedroht ist.

Bischof Felix Gmür sieht die Erde als grosses Ganzes und dass alles miteinander vernetzt ist. Die Klimaerwärmung werde zwar von den Industrieländern verursacht, leiden tut jedoch die Bevölkerung in den Entwicklungsländern, so Hansruedi Huber, Mediensprecher des Bischofs. Als Privatperson beschäftige sich Gmür schon lange mit dem Thema Umweltschutz. Obschon er sich selbst wohl nicht als «Grüner» bezeichnen würde.

Spätestens seit dem Amtsantritt als Bischof sei Gmür das Umweltbewusstsein der Kirche ein Anliegen. Viele Kirchgemeinden verfolgen seit vielen Jahren Sanierungen zur Reduktion des Energieverbrauchs. Ein Problem seien vor allem die historischen Gebäude, da sie – unter Denkmalschutz stehend – energetisch kaum saniert werden können, erläutert Huber. Aktuell evaluiert Bischof Gmür die Einführung eines Umweltmanagement-Systems an seinem Amtssitz in Solothurn. Auch im Alltag versuche er, etwas für die Umwelt zu tun. «Er fährt, so oft er kann, mit Velo oder mit dem Zug.» Wegen des dichten Programms und der oft abgelegenen Ziele sei Gmür trotzdem auf das Auto angewiesen. Aber wie es der Papst in seiner Umweltenzyklika sagte: «Es zählen auch die vielen kleinen täglichen Entscheidungen.»

Auf die Frage, ob es denn nicht heikel sei, dass ein Bischof zu einer Demo animiert, antwortet sein Mediensprecher: «Die Risiken öffentlicher Versammlungen werden heute höher eingeschätzt als noch vor ein paar Wochen. Das Thema dürfte jedoch eine entscheidende Rolle spielen: Die Sorge um die Schöpfung ist ein Anliegen, das alle Menschen betrifft und deshalb über die Kulturen hinweg integrierend wirkt. Hier können wir alle an einem Strick ziehen.»

Die UNO-Klimakonferenz

Ein wichtiges Ereignis steht vor der Tür: die UNO-Klimakonferenz in Paris. Der UNO-Klimagipfel tritt vom 30. November bis zum 11. Dezember zusammen. Dort soll ein neues Klimaabkommen verabschiedet werden, ein neues Abkommen mit verbindlichen Klimazielen für alle 196 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention.

Leider könne Bischof Gmür an der UNO-Klimakonferenz in Paris nicht anwesend sein, da die Monate November und Dezember für einen Bischof besonders ausgelastet sind, informierte uns der Mediensprecher. Er wird diese jedoch medial verfolgen.

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