Luftbelastung
Sonnentage sorgen für erhöhte Ozonwerte – Grenzwert weit überschritten

Sonnentage sorgen für erhöhte Ozonwerte im Kanton. Akute Gefahr besteht nicht, Sport sollte man allerdings auf den Abend verschieben.

Yvonne Aregger
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Die Sonne trägt zur Ozonbildung bei, das weiss auch diese Anzeigetafel.

Die Sonne trägt zur Ozonbildung bei, das weiss auch diese Anzeigetafel.

Hanspeter Bärtschi

Einige haben diesen Sommer bereits genug von unserer Sonne gesehen und haben die Hitze satt, andere freuen sich über die vielen sonnigen Tage. Diese sorgen aber nicht nur für enorme Hitze und Trockenheit, sondern bewirken auch, dass sich grosse Mengen Ozon in der Luft bilden.

Markus Chastonay, Leiter der Abteilung Luft und Lärm des Amts für Umwelt, erklärt: «In den letzten drei Wochen kam es zu einer erhöhten Ozonbelastung.» Ozon sei eigentlich nichts Schlechtes. «Das Ozon oben in der Stratosphäre ist enorm wichtig, es fungiert als UV-Filter und verhindert dadurch, dass zu viel UV-Strahlung auf die Erdoberfläche dringt.» Das bodennahe Ozon sei das Problem. «Ozon in Bodennähe wird durch die Sonneneinstrahlung und mithilfe von anderen Luftschadstoffen gebildet. Es entsteht bei Sonneneinstrahlung im Prinzip ständig Ozon, bei vermehrter Sonneneinstrahlung, wie wir sie in den letzten Wochen hatten, wird aber viel mehr Ozon in Bodennähe gebildet. Es ist schädlich, wenn zu viel Ozon in der Luft ist, die wir atmen.»

Ozonbildung

Ozon wird unter Einwirkung der Sonnenstrahlung aus den sogenannten Vorläufersubstanzen, nämlich den flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und dem Stickstoffdioxid, gebildet. Je mehr davon in der Luft sind und je stärker die Sonne scheint, umso mehr Ozon wird gebildet. Während Stickstoffdioxid vor allem durch die Abgase des Verkehrs verursacht wird, finden die VOC ihren Ursprung oft in Haushaltsutensilien, wie Deospray oder Farbe

Obwohl die Ozonwerte derzeit klar über dem Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen, bestehe kein Grund zur Panik. «Das Ozon wird wieder zurückgebildet, sobald die Sonneneinstrahlung abnimmt. Das ist ein ständig laufender Prozess.» Eine Belastung für Mensch und Pflanzen stelle die erhöhte Menge Ozon dennoch dar. «Obwohl die Trockenheit momentan sicher das grösste Problem für die Pflanzen ist, schadet auch die erhöhte Menge Ozon den Pflanzen.»

Kein Sport zur Mittagszeit

Dass Ozon auch für uns Menschen nicht gesund ist, bestätigt Arzt Marc Maurer. Er ist Pneumologe am Kantonspital Olten. «Ozon ist ein Reizgas, das wir einatmen. Vor allem Menschen mit chronischen Lungenkrankheiten, wie zum Beispiel Asthmatiker, leiden unter erhöhten Ozonwerten.» Es sei aber nicht so, dass Ozon dem Menschen massiv schadet. Maurer kann schlecht beurteilen, welche Vorfälle in den letzten Wochen allenfalls auf das Ozon zurückzuführen wären. «Es sind zurzeit natürlich verschiedene Faktoren da, die jemandem mit einer chronischen Lungenkrankheit das Leben schwer machen können – nicht nur das Ozon, sondern auch die Trockenheit, die warme Luft und andere aktuelle Gegebenheiten.»
Aber nicht nur Menschen mit einer chronischen Lungenkrankheit sollten auf die Ozonwerte achten. «Bei solchen Ozonwerten sollte möglichst nur früh morgens oder abends Sport getrieben werden», empfiehlt der Lungenarzt.

Weniger Schadstoffe als 2003

Amt für Umwelt

Im Vergleich zu den Ozonwerten, die vor 10 bis 15 Jahren aufgezeichnet wurden, seien die diesjährigen Werte trotz viel Sonneneinstrahlung verhältnismässig tiefer. «Der Sommer 2003 hatte damals enorm hohe Werte. Diese Veränderung zeigt uns auch, dass wir Fortschritte in der Schadstoffbekämpfung gemacht haben. Ansonsten würden die Messdaten von diesem Jahr etwa gleich sein, wie jene von 2003.»

Die Daten werden von Messgeräten an verschiedenen Orten im Kanton gesammelt. Chastonay erklärt: «Gemessen wird die Anzahl Ozonteilchen in einem Kubikmeter Luft, diese wird anschliessend in Mikrogramm pro Kubikmeter umgerechnet. Der Grenzwert beträgt 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. Um einen Vergleich zu machen, werden die Anzahl Stunden gezählt, an denen der Grenzwert überschritten ist. Diese Anzahl Stunden kann dann mit Werten aus anderen Jahren verglichen werden. Im Vergleich zu 2016 und 2017 sieht man einen deutlichen Unterschied.»

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