Deitingen

Sonne, Sägemehl und super Stimmung am Kantonalen Schwingfest

Wunderbare Stimmung im Zweienareal in Deitingen beim Kantonalen.

Wunderbare Stimmung im Zweienareal in Deitingen beim Kantonalen.

Sonnencrème und Bier en masse: Bei schönstem Wetter schwang am Sonntag Bruno Gisler am Kantonalen Schwingfest vor 2000 Zuschauern obenaus und ging als Festsieger nach Hause.

Bereits früh morgens, lange vor dem Anschwingen um 9 Uhr, waren die Ränge in den Tribünen bereits gut gefüllt; immer mehr Schwingfans von nah und fern strömten in die Arena auf dem Zweienareal in Deitingen, um die Wettkämpfe der 118 gemeldeten «Bösen», darunter sieben Eidgenossen, mit zu verfolgen.

Spätestens als die Alphornbläser aufspielten, die Fahnenschwinger ihre Fahnen in die Morgensonne hinein in die Höhe warfen und die ersten Kafi Lutz über die Theke gingen, kam «Schwingfest-Feeling» auf. Pünktlich um 9 Uhr hiess es für die über hundert Schwinger dann: «Manne, ab i’d Hose!», und es wurde in teils gnadenlosen Zweikämpfen um den Festsieg gekämpft.

Bruno Gisler gewinnt Schwingfest

Bruno Gisler gewinnt das Kantonalschwingfest

Am 121. Solothurner Kantonalschwingfest sind im Schlussgang Bruno Gisler und Lorenz Blatter gegeneinander angetreten.

Zu kämpfen hatten die rund 2000 Zuschauer und Helfer aus 18 Vereinen zwar nicht gegen Gegner in Zwilchhosen, dafür aber gegen die brütende Hitze: Bereits um 11 Uhr morgens zeigte das Thermometer über 30 Grad an. Bald einmal sah man fast niemandem mehr, der nicht mit Schirmmütze, Sonnencrème, einem Bier oder einer Glacé in der Hand bewaffnet war.

Gut, hatten die Organisatoren den Wetterbericht bereits vorher eingehend studiert und sicherheitshalber 7000 Liter Bier vorbestellt, denn ein eiskaltes Getränk sowie ein Plätzchen unter den grossen gelben Sonnenschirmen ausserhalb der Schwingarena waren am Sonntag äusserst begehrt beim Publikum.

Selbst die hartgesottensten Schwingfans – von denen ja allgemein bekannt ist, dass sie hart im Nehmen sind – mussten ihren Tribünenplatz an der prallen Sonne zeitweise verlassen, um sich im Schatten kurz abzukühlen. Andere zeigten sich kreativ und befestigten kurzerhand einen Sonnenschirm an der Tribüne.

Fleissige Helfer neben Sägemehl

Fleissige Helfer neben Sägemehl

Über 300 freiwillige Helfer sorgten für ein gelungenes Schwingfest in Deitingen. Viele von ihnen sind seit den frühen Morgenstunden auf den Beinen.

Wasser zur Abkühlung

Auch die «Rächeli-Buebe», die zwischen den Gängen das Sägemehl der Wettkampfringe mit Wasser bespritzen, erlaubten sich zwischendurch einen Spass und zielten mit ihrem Schlauch auf die Tribüne – sehr zum Vergnügen der Zuschauerinnen und Zuschauern, denen eine solche Abkühlung mehr als gelegen kam. Doch selbst die schweisstreibenden Temperaturen taten der guten Stimmung keinen Abbruch; wo man sich umschaute, sah man in zufriedene Gesichter, welche gespannt die Wettkämpfe im Sägemehl verfolgten.

Vor allem die Solothurner Schwingfans kamen am Fest in Deitingen voll auf ihre Kosten: Die Kranzstatistik zeigte, dass die Schwinger die erwarteten Leistungen erbrachten. Ganze sechs Solothurner erkämpften sich Eichenlaub; allen voran Festsieger Gisler Bruno. Dem 33-jährigen aus Rumisberg kam im Schlussgang seine langjährige Routine und die nötige Abgeklärtheit zugute: In etwas über fünf Minuten legte er im Schlussgang Blatter Lorenz mit einem Kurz und Nachdrücken ins Sägemehl.

Sehr zum Missfallen des Publikums aus Deitingen, hätten sie den 28-jährigen Blatter, der in Deitingen in der «Chäsi» aufgewachsen ist, doch gerne siegen sehen. Dieser nahm seine Niederlage allerdings sportlich und hievte den Sieger Gisler zusammen mit einem Kollegen auf die Schultern.

Zu seinem Sieg sagte Gisler, dass er die schwingerischen Fähigkeit von Blatter sehr gut kenne und er sich dementsprechend darauf eingestellt habe. Abschliessend meinte er: «Jetz bini aber schön kaputt!» – was bestimmt auch auf die Besucher, Helfer und das OK zutraf.

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