Sonderheft
Von Eiszeitjägern bis Glasbläsern: Neue Broschüre für Solothurner Archäologie-Interessierte

Ein reich illustriertes, 81-seitiges Sonderheft zur Archäologie des Kantons Solothurn ist erschienen.

Fränzi Zwahlen
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So könnte, Ausgrabungsbefunden gemäss, das Kleinkastell bei St. Wolfgang in Balsthal ausgesehen haben.

So könnte, Ausgrabungsbefunden gemäss, das Kleinkastell bei St. Wolfgang in Balsthal ausgesehen haben.

zvg

Unter Archäologie-Interessierten, Laien wie Fachleuten, ist das viermal jährlich erscheinende «Mitteilungsblatt von Archäologie Schweiz as.» sehr beliebt. Kürzlich ist unter der Leitung des Solothurner Kantonsarchäologen Pierre Harb ein Sonderheft erschienen, welchem als wichtigste Grundlage das Buch «Fundort Solothurn» dient.

Grund für das Erscheinen dieses Sonderheftes war die Zusammenkunft der Vereinigung Archäologie Schweiz in Olten, wo dieses Heft vorgestellt wurde. So ist zugleich eine farbig illustrierte Broschüre zur neuen Dauerausstellung des Archäologischen Museums Kanton Solothurn in Olten entstanden, die auch dort zu erwerben ist.

Die ganze Solothurner Archäologie auf 17 Seiten

Im Heft sind auf 81 Seiten 17 reich illustrierte Kurzbeiträge zu finden, welche die wichtigsten Fakten aus 80'000 Jahren Vergangenheit des Kantons Solothurn zusammenfassen. Die Broschüre richtet sich mit ihrer gut verständlichen Sprache und vielen konkreten Lebensbildern an ein breit gemischtes Publikum. Eine Übersicht der wichtigsten kulturhistorischen Museen des Kantons rundet die Publikation ab.

Die Reise durch die Vergangenheit beginnt mit einem Einblick in das Leben der Wildbeuter der Alt- und Mittelsteinzeit, die auf der Suche nach guten Jagdgebieten und geeigneten Rastplätzen das heutige Kantonsgebiet durchstreiften. So machten die Eiszeitjäger vor 15000 Jahren wiederholt in der Rislisberghöhle bei Oensingen halt.

Vor 8000 Jahren – in der Jungsteinzeit, wie die Epoche der ersten Bauern genannt wird – stand am Burgäschisee immer wieder ein Dorf. Doch es gab nicht nur Pfahlbaudörfer an den Seen, sondern auch Siedlungen auf dem Land. Besonders der Raum Olten war den entsprechenden Funden gemäss dicht besiedelt. Zeugen sind die Feuerstein-Vorkommen, die im Bergwerk Chalchofen bei Olten schon damals im grossen Stil ausgebeutet wurden.

Die Grabhügel von Subingen und Obergösgen geben Einblicke in das Totenbrauchtum der frühen Kelten. Im frühen 1. Jahrhundert n. Chr. legten die Römer die Grundsteine von Solothurn und Olten. An beiden Plätzen wurde die spätantike Befestigungsmauer in die mittelalterliche Stadtmauer integriert.

Bemerkenswert ist auch die Handwerkersiedlung bei Büsserach, die Einblicke in das frühe Eisengewerbe im Jura freigibt: Zwischen 600 und 1000 wurde hier im grossen Stil Eisen hergestellt und verarbeitet. Der Glasherstellung, die im Jura im 16. und 17. Jahrhundert begann, ist das letzte Kapitel gewidmet.

as. 44. 2021.2 Fundort Kanton Solothurn. 18 Franken.