Sonderausstellung
Besuchende schwingen das Jedi-Schwert: Science-Fiction begegnet Mittelalter

Besuchende des Museums Altes Zeughaus in Solothurn wurden von Insidern in Filmdreh-Techniken eingeweiht.

Helmuth Zipperlen
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Sonderausstellung Museum Altes Zeughaus Film Props, Im Bild: Darth Vader.

Sonderausstellung Museum Altes Zeughaus Film Props, Im Bild: Darth Vader.

Oliver Menge

Anlässlich der Sonderausstellung mit Waffen und Rüstungen aus bekannten Science-Fiction Filmen im Museum Altes Zeughaus fanden am Sonntag mehrere Spezialanlässe statt. Sogar die First Swiss Ewok beehrte den Anlass mit ihrer Anwesenheit. Gespannt wartete das zahlreiche Publikum auf die beiden aus London eingeflogenen Darsteller Kiran Shah und Stephanie Silva, welche in Filmen wie «Star Wars», «The Lord of the Rings» oder «The Chronicles of Narnia» mitgewirkt haben.

Moderator Rinaldo Somaini, welcher auch schweizerdeutsche Zusammenfassungen des Gesagten machte, brachte mit kurzen Fragen die beiden Filmstars zu ausführlichen Antworten. Der klein gewachsene drahtige Kiran Shah ist vor allem als Stuntdouble für die Figur des Frodo in «Lord oft he Rings» bekannt.

Stefanie Silva und Kiran Sha aus den UK haben als Doubles und Stunts in diversen Science Fiction und Fantasyfilmen mitgespielt. Herr der Ringe, Star Wars; Narnia etc. Im Talk im Museum Altes Zeughaus erzählten sie einige Geheimnisse der Waffen und Rüstungen, die sie tragen.
8 Bilder
Kiran Sha demonstriert, wie er Bewegungsabläufe einstudiert, um sie dann in einem Kostüm machen zu können, in dem er nichts sieht.
Manchmal müssen die Darsteller stundenlang in den Kostümen mit Helm und sogar Belüftung ausharren. Kiran Sha zeigt das Zeichen, wenn sie keine Luft mehr haben.
Stefanie Silva und Kiran Sha in der Autogrammstunde.

Stefanie Silva und Kiran Sha aus den UK haben als Doubles und Stunts in diversen Science Fiction und Fantasyfilmen mitgespielt. Herr der Ringe, Star Wars; Narnia etc. Im Talk im Museum Altes Zeughaus erzählten sie einige Geheimnisse der Waffen und Rüstungen, die sie tragen.

Oliver Menge

Zum ersten eingeblendeten Bild mit einer grossen Axt bemerkte Shah, dass es diese Waffe in zwei verschiedenen Ausführungen gegeben hat, nämlich in Plastik und in Metall. Bei den Nahaufnahmen wurde die metallene Waffe verwendet, bei den Kampfszenen jene aus Plastik, um das Risiko von Verletzungen zu minimieren.

Überhaupt seien die Kampfszenen nur mit viel Training auszuführen, denn die Waffe darf den Körper des Gegenspielers beim Drehen nicht berühren. Ein frühzeitiges Abbremsen würde man auf der Leinwand sehen. Zum Schluss der Talkrunde demonstrierte der Stuntman die verschiedenen Angriffstechniken bei einem Zweikampf.

Passenderweise war auf dem gezeigten Bild das kurze Schwert zu sehen, welches in der Ausstellung zu besichtigen ist. Die Verantwortlichen für das Kostümbild lassen sich von real existierenden Bekleidungen inspirieren, so finden sich beispielsweise Helme aus der Ritterzeit oder der beiden Welt-kriege in der Fertigung der futuristischen Helme.

Der sorgfältige Umgang mit den verwendeten Waffen, ob echte Materialien oder Plastik, ist grundlegend. Bei den Dreharbeiten zu «The Chronicles of Narnia» kam es beispielsweise zu einem Unfall, weil statt der Plastikwaffe eine aus Metall bereitgelegt worden war.

Auf dem Set stundenlang im Kostüm verharren

Stephanie Silva hat in «Star Wars» eine Rolle gespielt, welche in der Besetzung namentlich aufgeführt war. Anhand ihrer dort getragenen Rüstung erklärte sie, wie eine Rüstung angezogen wird. Das unterscheidet sich in keiner Wese vom Anzug einer mittelalterlichen Ritterrüstung. Stück für Stück wird am Körper befestigt. Nur, dass die schwer wirkenden, metallisch glänzenden Filmrüstungen meist aus Plastik bestehen und deshalb eher leicht sind. Die Schwierigkeit besteht aber darin, dass ein Mensch stundenlang in dieser Rüstung ausharren muss.

Dreharbeiten ziehen sich zähe dahin. Die Darstellerin wird gefilmt, dann muss sie aber manchmal lange warten, bis sie zur nächsten Szene auftreten muss. Weil die Hände und das Gesicht maskiert sind, kann weder gegessen noch getrunken werden. Letzteres ist manchmal möglich, wenn ein Röhrchen durch das Kostüm geführt werden kann. Es ist auch unmöglich, mit dem Kostüm auf die Toilette zu gehen.

Sonderausstellung Museum Altes Zeughaus Film Props: Im Bild: Der Millenium Falken von LEGO, Setnummer Lego 75,192 mit 7'500 Teilen.

Sonderausstellung Museum Altes Zeughaus Film Props: Im Bild: Der Millenium Falken von LEGO, Setnummer Lego 75,192 mit 7'500 Teilen.

Oliver Menge

Im Helm des gezeigten Anzugs sind eine ganze Anzahl von Maschinchen vorhanden, je nachdem was die Figur können muss, beispielsweise die Augen rollen lassen oder die Ohren bewegen. Der Mensch im Kostüm ist mit einem Hörgerät ausgerüstet, um die notwendigen Anweisungen hinsichtlich Bewegung zu befolgen. Es braucht volle Konzentration, damit das Gesicht der Figur auch im Laufen in die richtige Richtung blickt. Die Kostüme sind alles andere als bequem und ein allzu langes Verweilen in einem Vollkostüm kann zu Atemnot führen.

Ob Schauspieler, Stuntman oder Komparse, was uns auf der Leinwand visuell fasziniert, ist für die Ausführenden harte Arbeit. Im Museum Altes Zeughaus ist die Wandlung von Rüstungen und Waffen von der Ritterzeit bis zu den Sternenkriegern hautnah zu erleben.

Der Kampf mit den Laserschwertern

Zwei Stöcke weiter oben, im Saal der Spezialausstellung, konnte man sich gleichzeitig in Mitte der Ausstellungsgegenstände in die Figur eines Jedi-Ritters versetzen lassen. Mit einer 3D-Brille und mit zwei unscheinbaren Sensoren an den Händen kann sich der Jedi-Ritter mit dem virtuellen Laserschwert darin üben, sich zu verteidigen oder anzugreifen. Als unbeteiligter Zuschauer sieht man, wie der Jedi-Ritter Spielende sich tänzerisch bewegt und mit den Armen herumfuchtelt. Vor allem Jungens sind von diesem Spiel angetan. Wir haben den elfjährigen Mihajlo nach seinen Eindrücken gefragt. Er fand es total cool. Er habe sich mit dem Schwert Kugeln erwehren müssen und sich durch rote Sternen durchgekämpft.

Sonderausstellung Museum Altes Zeughaus Film Props: Kampf mit Lichtschwert und VR-Brille.

Sonderausstellung Museum Altes Zeughaus Film Props: Kampf mit Lichtschwert und VR-Brille.

Oliver Menge

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