Kanton Solothurn
Sommertagung: Katholische Bauern-Vereinigung am Wallierhof

Das Treffen der Katholischen Bauernvereinigung war geprägt von Besinnlichkeit, Kurzweil und einer gehörigen Prise Politik. An der Tagung kamen Bauernfamilien mit ihren Kindern, Pfarrer und zwei Mitglieder aus National- und Ständerat zusammen.

Benildis Bentolila
Merken
Drucken
Teilen
Der Wallierhof bot den Bauernkindern wunderbar Platz für Rennen mit Trettraktoren. Sogar die Slalomstangen fehlen nicht.

Der Wallierhof bot den Bauernkindern wunderbar Platz für Rennen mit Trettraktoren. Sogar die Slalomstangen fehlen nicht.

«Zum Schluss mache ich den vielen Kindern hier ein grosses Kompliment», sagte Pfarrer Agnell Rickenmann. Er zelebrierte mit Assistenz von Bauernpater Francesco Christen den Gottesdienst an der Sommertagung der Katholischen Bauern-Vereinigung des Kantons. «Ihr wart brav und habt wunderbar mitgemacht.» Die Festgemeinde quittierte dies mit einem kräftigen Applaus. Es ist allerdings zu sagen, dass der Pfarrer aus Oberdorf die Kleinen immer wieder direkt angesprochen und einbezogen hat.

Wallierhof als idealer Festort

Ausnahmsweise fand die Tagung in der Maschinenhalle am Wallierhof statt. Denise Probst, Bäuerin aus Kammersrohr, hielt fest, dass es im Bezirk Lebern keine Bauernfamilie mehr gebe, die einen solchen grossen Anlass auf die Beine stellen kann. So sei man auf die Idee gekommen, die Tagung hier abzuhalten, wo die nötige Infrastruktur vorhanden ist. Neu war auch, dass Pater Francesco, der nach 41 Jahren Seelsorge aus gesundheitlichen Gründen an der Generalversammlung im Frühling zurückgetreten ist, nicht mehr der Hauptzelebrant war am Altar. Die Bauernfamilien hatten sich also auf die Suche nach einem Priester für diesen Tag gemacht. Und alle waren begeistert von Pfarrer Rickenmann.

«Wer ist eigentlich verantwortlich in der heutigen Zeit, Zeuge des Glaubens zu sein?», fragte Pfarrer Rickenmann. «Sind es nur Priester, Ordensleute, Theologen?» Nein, sagte er, jeder und jede kann und soll das Evangelium verkünden. «Unter den zwölf Jüngern gab es Handwerker und Fischer, also nicht nur Studierte.» In einer Zeit wie heute, wo so viel Gleichgültigkeit herrsche, sei es wichtig, einen Glauben zu haben und ihn hinauszutragen.

Nach dem Mittagessen erzählte Hansueli Jordi, ehemaliger Betriebsberater am Bildungszentrum Wallierhof, aus der Geschichte des landwirtschaftlichen Bildungszentrums. «Diese Geschichte geht weit zurück», erklärte er. Die Walliers (de Valière oder Valier), eine angesehene Patrizierfamilie aus dem Kanton Neuenburg, sei im 16. Jahrhundert in den Kanton Solothurn gezogen. Diese hätten den Hof bis 1892 besessen. Hansueli Jordi verstand es, unterhaltsam und humorvoll zu erzählen. Selbst eine Geschichte, in der es später um Streit ging zwischen der Besitzerfamilie und dem Kanton. Der Kanton gewann, und so gibt es dort seit 1932 das bäuerliche Bildungszentrum.

Schaulaufen der CVP-Kandidaten

Nationalrat und Landwirt Urs Schläfli, Deitingen, bekundete, dass er gerne weitere vier Jahre nach Bern fahren würde: «Es macht mir Freude, als Nationalrat für die Bauern und den christlichen Glauben einzustehen.» Als Nichtjurist habe er viel lernen müssen und er möchte sein Wissen weiterhin zur Verfügung stellen. «Die CVP hat einen ‹Wackelsitz›, hielt er fest, «und es braucht jede Stimme, damit wir ihn halten können.» Mit Biobauer Edgar Kupper, Laupersdorf, und ihm stünden zwei Landwirte auf einer der beiden CVP-Stammlisten zur Wahl.

Edgar Kupper legte dar, weshalb er nach Bern gehen möchte: «Ich will alle Bauernfamilien vertreten, egal auf welche Art sie produzieren.» Ständerat Pirmin Bischof rief dazu auf, den beiden die Stimme zu geben: «Ihr habt es in der Hand, dass die Kette, die seit 1970 existiert, nicht reisst. Seit dann stellt nämlich die Katholische Bauern-Vereinigung eine Vertretung.» Zum Schluss schmunzelte er: «Und wenn ihr mir die Stimme als Ständerat gebt, danke ich euch!»